Verlockung

Da lag sie nun vor ihm – so verlockend hingebreitet.

 

Und dabei hatte er sich fest vorgenommen, es nicht zu tun, besonders an Weihnachten nicht. Wieso lag sie bloß da? Wo kam sie her? Ihre hellbraune Haut schimmerte matt auf dem blütenweißen Hintergrund. Und diese Rundung erst! Betörend!

 

Ob er wenigstens einmal hinfassen sollte? Sie berühren? Diese wundervolle Weichheit spüren, die Nachgiebigkeit der sanften Wölbung … überprüfen? Langsam näherte er sich, brachte sein Gesicht in Reichweite - schnupperte. Dieser verführerische Duft nach … ja, nach was? Mandeln und Zimt vielleicht. Gerade richtig für diese Jahreszeit. Dieser Duft allein war bestimmt schon ein Verkaufsschlager!

 

Er wusste, er sollte das nicht. Wieso war er nur schon wieder so schwach? Schließlich hatte er es seiner Frau versprochen. Nie wieder außerhalb …!

 

Und nun, gerade zu Weihnachten, konnte er nicht widerstehen. Woher kam sie bloß? Wer hatte sie ausgerechnet in sein Zimmer …? Verflixt, wenn sie nur nicht gar so süß gewesen wäre!

 

„Beherrschung! Verdammt, beherrsch dich!“

 

Er leckte sich die Lippen und atmete tief diesen köstlichen Hauch, und das Wasser lief ihm im Mund zusammen.

 

„Bloß mal schmecken! Ganz kurz! Sonst nichts! Ganz bestimmt! Ich werde sie nicht … vernaschen! Nein!“

 

Seine Zunge schlängelte sich zu ihr hin. Die Spitze berührte die weiche, hingebungsvolle Rundung.

 

„Hhmmm!“

 

Nun konnte er doch seine Finger nicht bei sich behalten. Dieses nachgiebige Gewebe!

 

Nein, er konnte doch nicht widerstehen. Zärtlich streichelte er, tastete, drückte sanft … fester … und dann fasste er zu, presste sie an seine Lippen … küsste … leckte … lutschte

 

… und verschlang sie in einem Haps!

 

Himmel! Seine Frau wusste doch, dass er Marzipankartoffeln liebte! Warum legte sie ihm diese Leckerei so verlockend vor die Nase?

 

 

 

 

 

Selber schuld!

© Anna