Konzertgenuss

Ach was ist sie heiß, diese Süße, und was bin ich verliebt!
Eigentlich hätte ich niemals geglaubt, dass ich mich nochmal verlieben werde, nicht nach dem Rosenkrieg, den mir meine Ex geliefert hat. Außerdem bin ich doch wirklich in einem Alter, in dem sowas schon vorbei ist. Dachte ich! Und dann habe ich sie kennengelernt - Annabelle! Im Netz! Im Netz habe ich sie gefunden, und dabei wohnt sie fast um die Ecke. Sie ist so anders als alle Frauen, die ich bisher kennengelernt habe. Sie ist lustig und offen. Sie sagt was sie will, und sie tut es. Nein, Annabelle kümmert sich nicht um das, was die Leute sagen könnten. Es ist ihr egal.

„Du bist nur für dein eigenes Glück verantwortlich!“, hat sie gesagt. Wie unglaublich befreiend dieser Satz wirken könnte, das habe ich nicht gewusst. In meiner Ehe, da war es immer ich, der sie glücklich machen sollte, nein, musste!
Annabelle sorgt dafür, dass sie glücklich ist. Sie lässt mich wissen, was sie möchte,aber es ist keineswegs so, dass sie nicht Rücksicht nähme auf meine Wünsche. Wir zwei finden einen Konsens. Mit meiner Frau war das nicht möglich. Sie hat nie den Unterschied verstanden zwischen selbstständig und selbstherrlich. Und nun, nachdem ich meine häusliche Drangsal endlich überwunden habe, gerade zum 5. Jubiläum meiner glücklichen Scheidung, da finde ich ein Traumweib.
Anfangs dachte ich noch, sie würde sich entpuppen, als … genauso wie alle anderen! Aber jetzt sind wir schon fast ein halbes Jahr zusammen, und es wird immer besser. Sie scheint all meine Wünsche zu erraten, ja auch die sexuellen. Ich bin ja nicht eigentlich ein erfahrener Mann, hatte ich doch vor meiner Ehe nur zwei kurze … nein, Affären will ich es gar nicht nennen. Es waren eher One-Night-Stands. Und nun … Annabelle!

Sie macht mich verrückt, diese süße, heiße …! Und weil das so ist, strenge ich mich ungeheuer an, sie ebenfalls glücklich zu machen.
Sie hat mir erzählt, dass sie diesen schottischen Sänger liebt, und ich habe ein Konzert gefunden. Spirit of Scotland. Das Dumme ist nur, es findet 250 km entfernt statt, aber vielleicht ist das auch gar nicht dumm. Ich habe ein schönes Hotelzimmer gemietet, und nun sitzen wir in der Klosterkirche und lauschen dem Bass-Bariton. Doch, gefällt mir auch, aber noch mehr gefällt mir der Gedanke an nachher, an unser Hotelzimmer und das, was dann noch geschehen wird. Ich schließe die Augen und träume vor mich hin, als …
Ich reiße meine Augen wieder auf und starre sie an, aber sie sitzt nur da, an meine Seite gelehnt und ist scheinbar völlig in die Musik versunken. Musik? Oh ja! Ich höre die Engelein singen. Ihre Hand, die unter unseren Mänteln versteckt eigentlich in ihrem Schoß liegen sollte, hat sich zu mir geschlängelt. Sie liegt jetzt auf meinem Schwanz und drückt sanft. War er vorher schon animiert, ist er jetzt bretthart.


Was tut sie da bloß?
Himmel hilf!
Diese Frau ist verrückt!
Völlig verrückt!
Was, wenn man uns erwischt?
Was, wenn …
Au Mann, ist das geil!
Davon träume ich, seit …
Hör bloß nicht auf!
Drauf geschissen, was die Leute denken.
Sieht doch keiner!


 

Sie öffnet meinen Reißverschluss und holt sich, was sie begehrt. Mein Steifer zwischen ihren Fingern. Ich schließe die Augen und genieße. Meine Eichel platzt gleich, und ich fühle, wie sie meine Sehnsuchtstropfen verreibt. Nass, heiß und geil – und das in einer Kirche! Traumhaft! Ihre Hand hält mich, drückt im Takt. Das ist der Wahnsinn! Ich kann hier nicht spritzen, das geht nicht! Aber nachher – im Hotel, da geht alles. Ich liebe dich, du verrücktes Weib!

 

© Anna