Fasching

 

Als er sie sah, stockt ihm der Atem. Genauso sah seine Traumfrau aus! Und ausgerechnet auf dem Rosenmontagsball, auf den er nicht hatte gehen wollen, weil alle Kollegen der Anwaltskanzlei „Heisz und Willich“ auch da waren, stand sie vor ihm - in der Schlange! Hannes sah ihren Rücken – ein tiefes Dekolleté fast bis zum Po. Vor seinem geistigen Auge sah er ihre Pofalte! Langes, dunkelbraunes Haar fiel bis zur Taille und seitlich sah er einen graziösen Hals und ein energisches Kinn. Als sie sich gerade an ihm vorbei gedrängt hatte, hatte er dunkle Augen und aufgeworfene rote Lippen gesehen … und sie vorgelassen.

Aber das war es doch! War er vollkommen bescheuert? So eine Gelegenheit kam nicht nochmal, also tippte er auf ihre Schulter und grinste frech: „He Süße, wenn du dich schon vordrängst, dann kostet das aber Zoll!“ Für seine Verhältnisse war das ungeheuerlich und nur möglich, weil gerade Fasching war, aber sie drehte sich um und lächelte süß, dann kam sie gefährlich nahe, und er hatte ihren Duft in der Nase.

„Was willst du … haben?“, hauchte sie verlockend.

Hannes schnappte nach Luft. „Kannst du dir das nicht denken?“ Blöder ging es eigentlich kaum noch, aber es fiel im absolut nichts ein - und sie rückte noch näher. Seine berühmte Schlagfertigkeit verabschiedete sich, als er plötzlich ihre Lippen in Zeitlupe auf sich zukommen sah – weich, rot schimmernd und verführerisch geöffnet. Sein Verstand setze in dem Moment aus, als sie die seinen trafen.

Das Feuerwerk, das eigentlich für Mitternacht geplant war, ging los und tauchte sie beide in einen bunten Sternenregen. Hannes schlang seine Arme um sie und küsste sie, dass es die Jugendfreiheit bei weitem überschritt, aber sie schmiegte sich so bereitwillig an, öffnete ihre Schenkel seinem Bein und drückte ihren Unterleib an seine völlig außer Rand und Band geratene Männlichkeit.
SIE WOLLTE IHN!

Er kaufte Schampus und zog sie in einer Nische auf seinen Schoß. So etwas hatte er noch nie getan – und er hatte auch nicht vermutet, dass es funktionierte, aber sie saß breitbeinig auf seinem Stehaufmännchen und knutschte ihn ab, dass er die Engelein singen hörte. Seine Hände lagen auf ihre Knien und glitten höher. In der Taille schob er sie unter den klaffenden Stoff ihres bauchfreien Tops und kitzelte ihre Achseln - und sie kicherte! Das war sein Signal: Nun waren diese prallen Erhebungen vor seiner Nase das Ziel.

Von oben sah er zu, wie seine Finger in Spitze tauchten und einen Busen der Sonderklasse zutage förderten – und er walkte und knetete, dass es eine wahre Lust war. Das Weib auf seinem Schoß war eine Wucht – und sie machte mit. Ihr Schritt rieb recht deutlich an seiner Härte, was diesem besonderen Zustand recht dienlich war. Hannes nahm nun seinem Mut zusammen und eine Brust aus dem Ausschnitt. Er leckte und saugte begeistert. Heute war das Glück mit ihm. Ihre Augen blitzten lüstern, und ihre Hand hatte zugegriffen. Hannes stöhnte.
„Kommst du mit zu mir?“

Die Frau auf seinem Schoß überlegte und nickte gleichzeitig.
„Aber vielleicht sollte ich dir …“

Mist! Sie war verheiratet! Die Frau eines Kollegen? Die Chefin? Er hatte bisher nur den Personalchef Dr. Zweig kennengelernt. Er knurrte und seine Gedanken wirbelten durcheinander, aber seine Hand wanderte zielstrebig zwischen ihre Schenkel …

Als plötzlich Dr. Zweig …
„Was treibst du da?“, fragte er scharf, und Hannes setzte schon zu einer Rechtfertigung an, als er fortfuhr: „Wir haben den Versuch gemacht, weil du eine ausgezeichnete Juristin bist, aber dein Geschlecht sollte außen vor bleiben …“

Hannes hatte davon gehört:
Dr. Sophia Kathoey* – ehemals Joseph!

Ausgerechnet sie musste er treffen!

© Anna

Bild: Carmen Carrera