Gripshof

Von Mitte Juni bis Mitte September durften wir einen alten Gutshof bewohnen. Rote Klinker, Freitreppe, Strohdach, eine alte Scheune, eigener Brunnen mit kristallklarem Wasser, riesiges, uneinsehbares Grundstück, um das Haus herum eine Wiese, wie sie grüner nicht sein konnte und das schönste von allem: Fenster und Terrasse mit Blick auf einen recht flachen, glasklaren See, umsäumt von einem natürlichen Schilfgürtel und in einigem Abstand vom Ufer hohe alte Kiefern, deren Nadeln im leichten Wind rauschten und einen betörend-harzigen Duft verströmten.

 

Wir kamen mit einem Auto voller Bücher und Konservendosen dort an, wir, das sind meine Freundin Dorothea Aimée und ich, Theo. Aimée, ja, meine Geliebte war sie damals und ist es noch heute, auch wenn wir schon seit geraumer Zeit verheiratet sind. Und Dorothea kürzte sogar sie selbst zu Thea ab, das heißt, wir sind also Thea und Theo, die an jenem 15. Juni auf dem Hof einfielen. Wir hatten beide je eine halbe Promotionsstelle, und da wir gelernt hatten, mit wenigem auszukommen, ging es uns nun einfach gut. Wir mussten uns um kaum etwas kümmern: Der Bäcker hängte morgens die Brötchen ans Hoftor; Eier, Gemüse, Butter, Wurst und Käse bekamen wir preiswert beim Bauern, der nur wenige hundert Meter entfernt seinen Hofladen betrieb.

 

Auf dem Hof gab es nur eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und eine Kaffeemaschine als Tribut an die Neuzeit, alles andere war geblieben, wie es schon immer gewesen sein mochte.

 

Schon als wir auf ‚unserem‘ Gutshof ankamen, war es mehr als nur sommerlich warm, und so blieb es auch während der ganzen drei Monate dort. Kaum hatten wir unser Studentenauto ausgeräumt, zogen wir uns aus und erkundeten das Gelände. Nackt, wie wir geboren waren, liefen wir zunächst über die Wiese zum See. Thea lief vor mir her, so dass ich sie von hinten bewundern konnte: Mein Glück, diese Frau besitzen zu dürfen, kannte keine Grenzen. Was ich jetzt sah, war sportlich, schlank, schmale, endlos lange Beine, obwohl sie gerade mal 1,59 m maß, ein kleiner, fester, runder Po, deutlich ausgeprägte Hüften und eine Kurzhaarfrisur, die jedem Nordseeorkan Paroli geboten hätte.

 

Wir erreichten den Bootssteg, an dem ein kleiner Ruderkahn festgezurrt war.

Thea rannte voraus und hüpfte ins Wasser, während ich etwas zögerte. Offenbar war das Wasser nicht tief, denn ihr Po war kaum vom Wasser bedeckt. Sie drehte sich um, sah mich an und rief:

„Komm rein, wenn du mich liebst!“

„Ich liebe dich, aber soll ich deshalb gleich erfrieren?“

„Das Wasser ist richtig schön warm! Komm, zeige mir, dass du mich liebst!“

Kaum war ich endlich im Wasser, bespritzte sie mich – und selbstverständlich brachte ich nun meinerseits den See zum Kochen.

„Ich ergebe mich!“, schallte es mir durch das Spritzwasser entgegen.

„Dann komm auf der Stelle her und küsse mich!“

Sie kam, legte ihre Arme um mich und bot mir ihren Mund.

„Ich glaube, ich liebe dich wirklich, meine Aimée!“

Und schon kabbelten wir uns teils über, teils unter Wasser.

„So eine Unverschämtheit! Du glaubst, dass du mich liebst? Ich glaube, ich fahre sofort nach Hause!“

Damit stieg sie aus dem Wasser.

 

„Halt, du bleibst hier – und zwar sofort!“, zitierte ich herrschsüchtig Karl Valentin.

„Nö, fang mich doch!“, kam als Antwort, und sie rannte los.

Ich sprang aus dem Wasser und rannte hinterher. Sie gab sich keine besondere Mühe zu fliehen, so dass ich sie schnell eingeholt hatte. Ich griff ihre Hand, drehte sie zu mir.

Sie versuchte, sich mir zu entwinden.

„Lass mich sofort los! Was fällt dir ein, eine nackte Frau anzufassen!“

Ich sah meine Liebste zärtlich an:

„Dass du es nur weißt – ich lasse dich nicht mehr los! Egal, ob du nackend oder angezogen bist! Du gehörst mir!“

„Ich gehöre niemandem!“

„Doch, mir!“

 

Ich warf sie, zugegebenermaßen, leicht unsanft auf die Wiese, kniete mich über sie und hielt ihre Handgelenke fest auf den Boden gedrückt. Ich fürchtete schon, sie könnte tatsächlich etwas sauer sein, aber nun kam ganz zart:

„Mein starker Held! Du hast mich besiegt! Jetzt kannst du mit mir tun, was immer du willst!"

„Zunächst einmal muss ich mir meine Beute genauer anschauen. Wenn mir gefällt, was ich sehe, behalte ich dich, sonst verkaufe ich dich auf dem Sklavenmarkt!“

„Oh, du bekommst bestes Frischfleisch, mein Herr!“

Wir mussten jetzt beide lachen, und ich beugte mich vor, um sie zu küssen.

Ein langer Kuss, dazu ein leichter Duft, der noch den See ahnen ließ, dann kniete ich mich wieder auf sie:

„Du kannst zufriedenstellend küssen. Wenn wir noch üben, wird das vermutlich!“

Wütendes Geknurre von unten.

„Gesicht besonders hübsch, wenn wütend. Hübsche kleine, krumme Nase, nicht regensicher, weil zu hochnäsig!“

Das Geknurre von unten wurde wütender.

„Wundervoll, weiche, zarte, volle, rote Lippen“, das Knurren wandelte sich zum Schnurren, „aber schmallippig, wenn wütend.“

Wieder zunehmendes Knurren.

„Ein schöner, fester Hals, gerade in der richtigen Länge, geeignet, um schönsten Schmuck zu tragen“, leichtes Schnurren, „und dann die Brüste! Leider überhaupt nicht zur Figur passend! Quasi nicht vorhanden, kaum Höfe, kaum Brustwarzen, BH überflüssig…“

 

Das bezaubernde Geschöpf unter mir wollte sich in eine kratzende, beißende Furie verwandeln und hätte es zweifellos getan, wenn ich nicht auf ihr gekniet hätte.

Ich legte erst meine rechte Hand auf ihre linke Brust. Es war mir kaum möglich, sie zu umfassen, denn ihre Oberweite war gewaltig. Ihre Nippel waren hart – von der Kälte des Sees, von der Erregung, die sich längst in ihr ausbreitete, und obwohl ihre Höfe zusammengezogen waren, hatten sie eine beträchtliche Größe. Ich nahm den Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger und massierte nun.

 

Das Knurren und Schnurren hatte aufgehört, stattdessen stöhnte sie nun:

„Mehr! Härter! Wenn du Rücksicht auf mich nimmst, bist du rücksichtslos zu mir!“

„Ich habe ja noch gar nicht alles gesehen. Sollte ich mit meiner Inspektion schon aufhören?“

„Ja, nimm mich!“

„Ich kaufe doch keine Ware, die ich nicht genau zuvor untersucht habe!“

Ein wütendes Fauchen war die Reaktion.

„Hm, fetter Schwabbelbauch mit hässlichem Bauchnabel!“

Langsam musste ich um mein Leben fürchten, die Kraft, die unter mir auszubrechen drohte, wurde immer gewalttätiger. Ein kochender Vulkan, bereit zu explodieren.

„Ach, und was ist das denn da unten?“

Ich hatte mich rückwärtsschauend umgedreht.

„Das ist ja eklig! Ein Urwald, struppig und ungepflegt, wie er schlimmer nicht sein kann. Das sollte mal der Förster sehen!“

 

Ich hatte nicht aufgepasst, und plötzlich saß sie auf mir. Ich war nun meinerseits im Klammergriff meiner Geliebten gefesselt.

„So, meine Brüste gefallen dem Herrn nicht! Ich hätte einen Schwabbelbauch, ja? Meinen Bauchnabel findet der Macho hässlich und meinen Urwald sollte der Förster sehen!“

Plötzlich beugte sie sich vor und küsste mich zärtlich auf die Augen.

„Ich glaube, eine böse Zauberin hatte deine Augen verhext. Jetzt schau nochmal hin!“

Ich schaute. Welch wunderschönes Wesen hatte ich gewinnen können! Womit hatte ich solch eine aufregende Frau verdient? Ich wusste wirklich nicht, was sie, die so intelligent, amüsant, wissbegierig, aktiv, kreativ und so – unglaublich körperlich war, was sie also an mir fand. Und war doch glücklich, dass ich derjenige war, den sie an ihrer Seite duldete, nein, den sie an ihrer Seite haben wollte.

 

Ich war unsagbar glücklich, und eigentlich hätte ich ihr sagen wollen: „Ich liebe dich!“, aber ich konnte nicht widerstehen:

„Es könnte ja auch eine böse Zauberin sein, die meine Augen so verzaubert hat, dass ich nun schön sehe, was hässlich ist.“

Batsch, hatte ich eine Ohrfeige weg!

„Aufwachen! Hinsehen!“

„Aua!“

„Aha, wenn du eine schmerzhafte Ohrfeige als unangenehm empfindest, wird wohl jetzt keine Hexe am Werk gewesen sein!“

Sie schlug mich – im übertragenen und im Wortsinn – mit meinen eigenen Waffen!

Wieder küsste sie mich, tief, intensiv, heiß, fordernd. Unsere Zungen tanzten.

 

„Ich liebe dich!“

Jetzt hatte sie es gesagt!

Sie rollte sich ins Gras.

„Bedien‘ dich an mir!“

Ich küsste nun alles, was ich zuvor beanstandet hatte. Ihre Brüste. Schwere, reife Brüste! Auf dem Gutshof brauchte sie tatsächlich nur einen Büsten-Halter – und das war ich! Ich kann nicht beschreiben, welche Lust es mir bedeutete, ihre Brüste in meinen Händen zu halten, in denen sie weich und warm ruhten.

 

Ich küsste ihre Höfe. Große, dunkle Höfe, die mit kleinen, noch weit dunkleren Wärzchen übersät waren und die Haut mit pflegenden Substanzen geschmeidig und glatt hielten.

Ich sog an ihren Nippeln. Sie stöhnte, brauchte mein Saugen, konnte es nie hart genug bekommen. Keine Rede davon, dort sanft und zart vorzugehen, wie ich es als Mann erwartet hätte, nein, zupackend, fest und manchmal sogar rücksichtslos-brutal. So wollte sie es. So wollte ich es.

 

Ihr Bäuchlein – ein süßes Bäuchlein, fest, aber eben nicht zu fest, nicht flach, sondern so, dass man dazu auch wirklich ‚Bäuchlein‘ sagen konnte. Ich liebte es unendlich, sagte es ihr unentwegt, streichelte es, küsste es, bewunderte es immer wieder neu, sehr wohl zusammen mit seinem hübschen, kleinen Bauchnabel, den ich niemals vergaß, ebenso zu liebkosen, wie alle ihre anderen Wunder. Jetzt tauchte ich dort mit meiner Zunge ein und kitzelte sie damit etwas, so dass sie laut aufkicherte. Ich wusste, wie kitzlig sie dort war.

 

„Lass das! Geh nach Hause! Geh in dein Forsthaus!“

Ihr Urwald brauchte wirklich einen Förster!

Ich wühlte mich hinein und murmelte:

„Da darf nur ein Förster hinein, nämlich ich!“

Sie legte ihre Unterschenkel um mich herum und presste meinen Kopf auf ihre behaarte Muschi. Damals war man noch stolz auf seinen Busch, je größer und dichter und sichtbarer, umso schöner – und Thea durfte sehr stolz sein! Wir wären sicher nicht auf die Idee gekommen, unsere Zeit mit dem Rasieren unserer Schamhaare zu vertun. Ihre nach See und Erregung duftenden Härchen erregten mich. Ich schob meine Zunge zwischen ihre Schamlippen und tauchte tief in ihre Grotte ein. Sie war unglaublich nass, fast fühlte es sich an, als sei dort die Quelle eines kleinen Bächleins. Ich spreizte ihre inneren Schamlippen, so weit ich konnte. Es war die schönste Blume in unserem Garten Eden – dessen war ich mir absolut sicher!

 

„Mach!“, schrie sie.

Ich leckte ihren Eingang, ich trank aus ihrer Quelle, ich sog ihre dunkelbraunen, steifen Schamlippen ein, so tief ich konnte, ich leckte über ihre harte Klit und zog ganz vorsichtig mit meinen Lippen an ihr. Ich nahm sie zwischen Daumen und Zeigefinger und zog ihre Kapuze zurück, um ihre dicke Perle zu bewundern, die mir dunkelrot und hart entgegensah. Auf der Unterseite zeigte sie eine deutliche Furche und daneben begann das Wunder ihrer Schamlippen. Ja, für mich war das ein Wunderwerk, das ich nicht oft genug betrachten konnte, lang und dick war ihre Klit sonst unter einer beschützenden Kapuze verborgen, doch mochte sie es, wenn ich ihre Kapuze, ihre Vorhaut kraftvoll so weit zurück zog, dass mir ihre Klit schutzlos ausgeliefert war. Dann leckte ich mit möglichst rauer und fester Zunge über das Köpfchen, bis Thea unter mir explodierte. Sie verkrampfte sich, begann zu zittern und kam, so lange ich sie leckte. Immer wieder. Sie schrie, keuchte, bäumte sich auf, alles unglaublich heftig, so dass sie keinerlei Kontrolle mehr über sich hatte.

 

Wenn sie schrie: „Hör auf!“, machte ich weiter, denn so lange ich nicht aufhörte, kam sie in immer neuen Orgasmen. Ich ließ erst von ihr ab, wenn ich sah, dass sie wirklich eine Pause brauchte, weil sie sonst unter mir kollabiert wäre. Satt war sie dennoch nicht.

Wir kuschelten uns aneinander, schweißglänzend:

Nach langen Minuten war sie wieder fähig zu reden.

„Mein Held, mein Förster, ich liebe dich!“

Wir lagen da in unserem Garten Eden, nackt, wie einst Adam und Eva.

Bis uns die Lust erneut packte.

„Der kleine Theo ist ja noch ganz steif! Ob er mir wohl einen Minnedienst erweisen könnte?“

„Das weiß ich nicht. Das musst du ihn fragen!“

Sie beugte sich hinab.

„Mein kleiner starker Held! Frierst du nicht hier draußen unter freiem Himmel, so ganz allein gelassen? Komm, ich küsse dich!“

Und sie tat es! Küsste zärtlich die Eichel, drang vorsichtig mit der Zungenspitze in das Grübchen ein, leckte, küsste, nahm ihn sanft in den Mund, schob ihn tiefer hinein.

„Ja, gefällt dir das? Ist das schön nass und warm für dich? Ich spüre zustimmendes Pochen. Ich habe etwas für dich, was dir ebenso gefallen wird!“

 

Und sie dirigierte mich dort hin, wo mein Paradies mitten im Garten Eden lag.

Nun durften der große und der kleine Theo meine Geliebte erleben. Ich war hungrig nach ihr. Sie lag auf dem Rücken und öffnete die Beine, wie es weiter wohl kaum möglich war. Das Tor zu meinem Paradies stand weit offen, dunkelrot leuchtete mir alles entgegen, und ich legte meine Eichel an ihren Eingang. Ganz langsam, um den Zauber voll auszukosten, drang ich in sie ein, sie war eng, sehr eng! Endlich hatte meine Eichel den Widerstand überwunden und ich machte eine kleine Pause, um nicht sofort zu kommen. Auch wenn sie ihre Unterschenkel auf meinem Po hatte – die Pause gönnte sie mir. Wir kannten uns so gut, dass sie wusste, was ansonsten passieren würde, und das wollten wir beide nicht.

Endlich – ich kam tief in ihr! Wir umklammerten uns, lächelten uns an, lachten, jubelten, sprangen auf, stürmten zum See und sprangen hinein.

Es war pure Lebens- und Liebeslust.

 

Abends saßen wir zunächst eine Weile draußen, aber als der leichte Wind sich gelegt hatte, wurden wir schnell eine Beute für die Mückenschwärme, die uns als willkommenes Festmahl betrachteten. Wir gingen ins Haus und nahmen unsere Bücher vor, obwohl wir gar keine rechte Lust zum Arbeiten hatten.

 

„Weißt du“, meinte Thea, „das ist hier unser Grips-Hof. Nicht, wie bei Tucholsky, ein Schloss, aber jetzt gerade unser Heim, und unseren Grips müssen wir ganz schön anstrengen, wenn wir nach den drei Monaten weiter gekommen sein wollen.“

„Grips-Hof im Garten Eden…“, murmelte ich vor mich hin.

„Hör auf, Theo, sonst musst du mich gleich ins Bett tragen!“

Natürlich trug ich sie ins Bett – und eingeschlafen sind wir da erst sehr viel später.

 

*********************************************************************

 

Der ‚Gasthof zum Nussbaum‘ war etwa zwanzig Minuten Fußweg entfernt. Keine Bauernwirtschaft, sondern ein sehr gediegenes Restaurant mit weißen Tischdecken, Kerzen und Blumen auf dem Tisch, leiser Hintergrundmusik und einer erlesenen Speisenkarte, auf der Wild aus den umliegenden Wäldern und Fisch aus dem See zu finden war. Das hatten wir außen im Glaskasten gelesen und da das Restaurant nicht nur von außen sehr einladend aussah und ein uralter Nussbaum den Grund für den Namen andeutete, wollten wir es ausprobieren.

 

Nachdem wir einige Tage äußerst genügsam mit Konserven zugebracht hatten, meinte ich, es sei an der Zeit, dort das gesparte Geld zu verprassen.

Thea war begeistert.

„Hm, da muss ich mich ja fein machen!“

„Ach wo, wir sind doch hier auf dem Dorf!“

„Lass mich, das ist meine Sache!“

Sie jagte mich aus dem Zimmer, als ich mich dort gemeinsam mit ihr umziehen wollte:

„Untersteh dich, bei einer Dame zu spionieren. So etwas gehört sich nicht! Raus!“

Mein Herz klopfte bis zum Hals. Ich wusste, sie würde wie eine Königin erscheinen. Wie meine Königin!

 

Heimlich hatte ich meinen dunklen Anzug mitgenommen, ein Hemd, Schleife und sogar Manschettenknöpfe. Wie gut ich doch meine Thea kannte!

Als sie aus der Tür trat, trug sie im Haar Perlencurlies, einen langen schwarzen Rock mit breitem, rotem Lackgürtel und eine mittelgraue Bluse, dazu Sandalen mit Swarowsky-Steinen. Dass Lippen und Fingernägel im gleichen Rot leuchteten, wie der Gürtel, versteht sich von selbst. Alles ganz harmlos?

Im Grunde schon, nur dass der Rock auf der linken Seite bis zum Gürtel geschlitzt war und die Bluse ziemlich durchsichtig – und einen BH trug sie offenkundig nicht!

 

„Liebste, du siehst bezaubernd aus!“

Ich gab ihr einen zärtlichen Handkuss:

„Du wirst Aufsehen erregen!“

„Soll ich das nicht? Soll ich mich nochmal umziehen?“

Sie lächelte mich verschmitzt an und erwartete bestimmt keine Antwort.

Da wir einen Tisch bestellt hatten und gut in der Zeit waren, liefen wir zum ‚Nussbaum‘, machten uns Hunger (worauf?) und atmeten die aromatische, kühlere Abendluft. Wir hielten uns an den Händen und schwiegen den ganzen Weg über.

Wir waren uns selbst genug.

Ein Kellner begrüßte uns freundlich und bat uns an einen Tisch auf der mückenfreien Terrasse. Heimliche, verstohlene Blicke aus allen Richtungen des Restaurants. Theas Bluse war wirklich sehr durchsichtig!

Wir bestellten beide das gleiche Menü: Waldpilzsuppe, frischen Salat, Zanderfilet, Käse von der Käseplatte, Walnusseis; dazu hatten wir uns einen feinen Bocksbeutel Silvaner auf den Tisch stellen lassen.

 

Das Essen war vorzüglich, in den Pausen spürte ich immer wieder neugierige Blicke der übrigen Gäste auf Thea.

„Liebster, kümmere dich nicht um die Blicke der Gäste – die Bluse trage ich für dich. Nur für dich! Du sollst ja hinschauen!“

Theas Wangen waren zart gerötet, vom Wein, von unserer guten Laune, von unserer Liebe.

Wir bestellten noch einen Kaffee, dazu gab es als Aufmerksamkeit des Hauses einen sehr aromatischen Walnussgeist.

 

Unser Heimweg zog sich etwas länger hin. Immer wieder blieben wir stehen, umarmten uns, knutschten wie Teenager miteinander, heftig, gierig, tief – und natürlich pressten wir uns so hart aneinander, wie nur möglich!

Thea rieb ihre Brüste an mir, und ich presste den kleinen Theo auf ihr Bäuchlein, während ich mit der Hand den Schlitz ihres Rockes eroberte und entdeckte, was darunter war, nämlich so wie unter der Bluse – nichts. Kein Höschen, kein Strapshalter, keine Strümpfe! Nun, wir kamen eben aus dem Garten Eden.

 

Als wir endlich wieder auf dem Grips-Hof waren, wollte ich Thea sofort ins Bett zerren, aber sie widersprach mir:

„Liebster, komm, wir setzen uns auf die Terrasse und trinken noch etwas.“

Es war ein wundervoller, sternklarer Abend, das Wasser des Sees plätscherte am Ufer, ab und zu sprang ein Fisch nach Mücken oder eine Ente schnatterte, sonst war es absolut still. Wir hatten noch eine Flasche Wein aus unserem Vorrat geöffnet, hielten die Gläser gegen die Kerze, die wir auf den Tisch gestellt hatten, stießen an, schauten uns tief in die Augen:

„Ich liebe dich, Thea!“

Ich sagte es so leise, dass sie nur meine Lippenbewegungen sehen konnte, und sie antwortete auf die gleiche Art:

„Ich liebe dich, mein Mann!“

Es wurde eine sehr zärtlich-stürmische Nacht – später.

 

In den letzten Tagen war es immer schwüler geworden. Es war gegen Ende Juli. Die Sommergewitter waren bislang ausgeblieben, die Natur hatte sich aufgeheizt, und in der Stadt musste es jetzt unerträglich heiß sein.

Wir hatten uns auferlegt, täglich sechs Stunden mit unserer Arbeit unserem Grips-Hof Ehre zu tun, also arbeiteten wir morgens vier Stunden und abends zwei Stunden. Dazwischen schwammen wir im warmen See oder lagen faul auf der Wiese, zu etwas anderem kamen wir nicht. Oder doch: Wir vögelten uns die Seele aus dem Leib, beim Aufwachen oder wenn wir nass aus dem See stiegen, wenn wir mit unserer Arbeit fertig waren oder beim Einschlafen.

 

Außer zum Einkaufen oder zum Besuch im ‚Nussbaum‘ waren wir nackt, und so blieb es nicht aus, dass unsere Hände den Körper des anderen begehrlich streichelten, so oft wir aneinander vorbei liefen, sei es beim Vorbereiten des Frühstücks oder beim Abspülen des Geschirrs oder beim Auskehren des Seesandes. Oft blieb die Hausarbeit liegen und wir verschlangen uns gegenseitig, man kann notfalls auch von einem benutzten Teller essen!

 

*********************************************************************

 

Auch heute also waren wir nackt. Die Sonne knallte erbarmungslos vom Himmel. Wir lagen auf dem Bootssteg, dösten vor uns hin, als mich ein Schatten traf. Ich öffnete die Augen und entdeckte eine weiße Wolke. Etwas Regen wäre ja schön, käme man mal richtig zum Arbeiten! Vorerst schloss ich wieder meine Augen, döste weiter, bis mich jemand nass spritze. ‚Thea, na warte‘, dachte ich, aber es waren Regentropfen. Ich wollte aufspringen, um ins Haus zu rennen, aber Thea meinte:

„Komm, Liebster, leg dich auf mich. Es ist so schön im Regen.“

Inzwischen fielen große Tropfen, die auf dem See richtige Blasen schlugen; und wir küssten uns. Die Natur um uns atmete einen neuen Atem – und wir atmeten mit. Als wir den ersten Donnerschlag hörten, entlud ich mich in Thea. Wir waren beide gekommen, waren klatschnass – innen und außen – und nun sprangen wir juchzend auf, rannten ins Haus, und während wir uns gegenseitig abtrockneten, bewunderten wir die Schätze des anderen. Was uns dann nach einer Weile ins Bett trieb, wo ich Thea dann zeigte, was mein kleiner Theo… Ach Quatsch, Thea zeigte mir, wie gut sie Wiederbelebungsmaßnahmen beherrschte, denn sie erweckte einen komatösen kleinen Herrn zu neuem, lustvollem Leben.

 

Wir hatten unsere Tagesarbeit beendet, saßen beisammen, und ich wollte eine Flasche Wein öffnen.

„Nein, bitte nicht für mich, ich trinke ein Wasser.“

Thea stand auf, schnitt sich eine Scheibe Zitrone ab und warf sie in ein Glas Wasser.

„Magst du ein Bier?“

Sie stellte es zusammen mit einem Krug vor mich hin.

Schweigend schauten wir hinaus, wo es zwar noch immer regnete, aber das Gewitter hatte sich verzogen. Die Tür nach draußen stand offen, wundervoll klare Luft strömte herein. Wir schwiegen. Waren eins mit der Natur, eins mit der Erde, eins mit dem Kosmos. Wir waren einfach glücklich.

 

Thea war in den nächsten Tagen etwas zurückhaltend, und als ich sie eines Abends fragte, ob sie etwas habe, meinte sie nur:

„Ach, ich denke an unsere Zukunft.“

„Machst du dir Sorgen?“

Sie lächelte mich an:

„Nein, eigentlich nicht. Warum sollte ich?!“

Ende August lagen wir zusammen im Ruderboot und dümpelten auf dem See. Über uns die Sonne, unter uns das klare Wasser, in dem ganze Schwärme kleiner Fische zu entdecken waren, deren Namen wir nicht kannten, die aber einfach dazu gehörten. Ich war etwas eingedöst, bis Thea mich mit ihren Brustspitzen wach kitzelte, indem sie mir damit über die Augen strich.

Ich nahm Theas Brüste, streichelte sie, knabberte an ihren Nippeln… Vielleicht war ich etwas zu stürmisch, jedenfalls bat sie mich, etwas zarter zu sein.

Ich spielte Büstenhalter, wog ihre Brüste in der Hand, küsste sie zärtlich, bewunderte sie erneut:

„Wenn ich nicht wüsste, dass du deine Pubertät hinter dir hast, würde ich behaupten, dass deine Brüste sich anders anfühlen, aber das geht ja nun kaum!“

„Eben, das geht ja wohl kaum!“, antwortete sie resolut und sprang aus dem Boot.

„Fang mich doch! Aber du bekommst mich nicht!“

 

Ich griff zu den Rudern, aber sie lagen nicht, wo sie hingehörten! Das Biest Thea hatte sie heimlich aus dem Boot geworfen, während ich schlief!

„Thea, das wirst du büßen!“

„Tja, erst mal musst du mich haben!“

Sie stand mit gespreizten Beinen im flachen Wasser und zeigte mir ihre weiblichen Wunder. Von ihren Schamhaaren fielen Wassertropfen glitzernd in den See. Mein Schwanz stand voller Erregung steil nach oben, und es gab nur eines: Ich wollte sie vernaschen, erobern, besitzen, wollte in sie eindringen, wollte sie haben.

„Komm her, ich will dich vögeln!“, schrie ich laut und befehlend.

„Oho!, der Herr weiß sich nicht zu benehmen! Der Herr glaubt, er braucht nur mit den Fingern zu schnippsen. Der Herr meint, nur weil eine Dame nackt ist, sei sie sein Eigentum. Der Herr meint, dass er mit seinem kleinen Theo Eindruck schinden könnte. Da muss der Herr sich aber schon etwas mehr anstrengen, wenn er einer Dame der Gesellschaft imponieren will! Der Herr wird die Dame auf Händen tragen müssen. Der Herr wird der Dame zeigen müssen, wie stark er ist. Sonst kann der Herr sich schleichen!“

 

Jetzt reichte es! Ich sprang aus dem Boot, stakste zu ihr hin, und auch, wenn sie durch‘s Wasser flüchtete, so ließ sie sich einholen, und ich nahm sie auf den Arm. Ein wenig wehrte sie sich noch, dann legte sie ihren Arm um meinen Hals und meinte:

„Mein Held, du hast mich aus den Fluten vor dem sicheren Tod errettet! Wie kann ich dir danken?“

„Vielleicht, indem du heute Abend mit mir in den ‚Nussbaum‘ gehst?“

„Och, sonst nichts? Du hättest dir alles von mir wünschen können!“

Wir waren am Ufer angekommen und ich setzte sie einfach ab. Grinsend!

„Alles? Hm, lass mich nachdenken! Nö, da fällt mir nichts ein!“

Batsch! Wieder einmal ein Schlag mitten ins Gesicht. Ich grinste noch stärker:

„Oho, die Dame hat schlagkräftige Argumente! Die Dame ist angeblich eine Dame der Gesellschaft!“

Weiter kam ich nicht. Thea drehte mir den Rücken zu und die Geste, die sie mit ihrem ach so süßen Po zeigte, war deutlich, unmissverständlich und ganz bestimmt nicht damenhaft.

„Na warte!“

Ich erwischte ihre Hand, hielt sie fest, zog sie an mich heran, küsste ihren Mund, küsste ihre Augen, küsste ihren Hals, küsste ihre Brüste – welch Mysterium! – küsste ihr süßes Bäuchlein, glitt weiter zu ihrem Busch…

Wir legten uns auf die Wiese. Ich wollte die kleine Perle sehen, wollte sie mit meiner Zunge ertasten… und während die kleine Perle so fest war, erschien mir alles andere so weich, so bereit… es duftete nach Verlangen…

Ich drang in sie ein, und es wurde ein langes Liebesfest, aus dem uns erst die abendlichen Mücken wieder erwachen ließen.

„Komm, jetzt habe ich Hunger! Du hast mich in den ‚Nussbaum‘ eingeladen!“

 

Sie trug wieder das gleiche, wie bei unserem ersten Besuch im ‚Nussbaum‘. Beim Essen unterhielten wir uns losgelöst und unbeschwert. Immer wieder flüsterte ich:

„Ich liebe dich, Thea – und deine Brüste, die heute so groß sind.“

„Du bist ein Spinner! Ich glaube, sie werden in deinen Augen täglich größer, bis ich Kuheuter trage!“

Dabei grinste sie geradezu impertinent.

Wein tranken wir heute nicht. Sie meinte, sie wolle ein wenig auf ihre Linie achten und zu viel Alkohol tauge nicht dafür; außerdem habe ihr der Wein in letzter Zeit nicht bekommen. Gut, trank ich eben Bier.

Am nächsten Tag brauchte sie unser Auto, um in die 15 km entfernte Kleinstadt zum fahren; zum ersten Mal während unserer Tage auf dem Grips-Hof.

„Brauchst du neue Unterlagen für deine Promotion?“, fragte ich.

„Nein, ich muss Weiberkram erledigen, du verstehst.“

Nichts verstand ich, aber ich bin ja auch nur ein Mann.

„Kann sein, es dauert etwas länger. Möglicherweise gehe ich noch zum Friseur, ist mal wieder nötig.“

 

Nach einigen Stunden kam sie zurück, frisch frisiert.

„Du siehst wunderschön aus. Ist ein guter Friseur. Hast du alles bekommen, was du erledigen wolltest?“

„Ja, ich glaube ja, aber ich werde wohl nächste Woche noch mal fahren.“

Anfang September habe ich Geburtstag, und da um diese Zeit herum manchmal Heimlichkeiten erforderlich sind, fragte ich nicht weiter.

In den nächsten Tagen erschien mir Thea allerdings etwas schweigsamer als sonst. Immer noch waren wir völlig nackt, soweit es das Wetter zuließ, immer noch konnten wir die Finger einfach nicht voneinander lassen, oder, wenn man‘s genau nimmt, kamen wir fast nicht mehr aus dem Bett heraus, aber irgendetwas war anders, das spürte ich selbst als unsensibler Mann, der ich zu sein glaube.

In einer Hinsicht allerdings gab ich meine Meinung zum besten:

„Thea, deine Brüste sind so erregend, wie noch nie. Wenn du nicht so eine tolle Frau wärst, wenn du sonst keinerlei besondere Attribute aufweisen würdest, selbst dann würdest du mich mit deinen Brüsten an dich fesseln!“

„Na, Theo, ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ein Kompliment ist, aber ich nehme es mal als solches!“, lachte sie fröhlich und küsste mich.

 

Zu meinem Geburtstag lud ich sie in den ‚Nussbaum‘ ein:

„Aber bitte wieder in der Bekleidung, die du während all der Wochen dort getragen hast!“

„Hm, da müsste ich aber doch nochmal in die Stadt fahren. Ich hatte es ja ohnehin vor!“

Wieder blieb sie mehrere Stunden fort, und ich begann, mir Sorgen zu machen. Es regnete kräftig, der Sommer holte nach, was er bisher versäumt hatte, und die Straßen waren nicht die besten. Anrufen konnte ich sie auch nicht. Zum einen gab es auf dem Hof  kein Telefon, zum anderen hätte ich nicht gewusst, wo ich anrufen sollte. So blieb mir nichts anderes, als zu warten. Ich arbeitete, war aber nicht sehr konzentriert; machte mir Sorgen um meine Thea, sah sie in der Blüte ihrer Schönheit vor mir, und allein der Gedanke an sie erregte mich.

 

Endlich war sie zurück. Ich überschüttete sie mit Vorwürfen, dass ich mir Sorgen gemacht hätte, dass ich Angst um sie gehabt hätte…

Sie sah mich ruhig an, nickte:

„Wie sehr du mich liebst! Verzeih mir, es ging nicht schneller. Sei mir bitte nicht böse!“

Ich kniete mich vor sie:

„Verzeih du meine Vorwürfe. Sie rührten her von meiner Angst um dich.“

„Komm, lass uns jetzt schlafen gehen. Ich bin sehr müde vom heutigen Tag. Nimm mich einfach in deine Arme und beschütze mich!“

 

Und das tat ich.

 

Am nächsten Morgen schien draußen wieder die Sonne, Tau lag auf der Wiese, und wir mussten uns etwas anziehen. Die Luft war klar, die Sommerhitze war vorbei, so langsam ahnte man den Altweibersommer, dennoch konnten wir auf der Terrasse frühstücken.

Thea schaute in die Ferne über den See.

„Bist du melancholisch geworden, weil unser Aufenthalt sich dem Ende nähert, Liebste?“

Es dauerte einen Augenblick, bis sie wieder bei mir war.

„Ja, vielleicht? Es waren mit die schönsten Monate meines bisherigen Lebens. So etwas kann man kaum wiederholen.“

„Es werden andere schöne Monate folgen!“

Sie sprang auf, fiel mir um den Hals, küsste mich stürmisch:

„Da bin ich mir sogar ganz sicher!“, dann rannte sie ins Haus, wo sie etliche Minuten blieb, später setzte sie sich mit einem Glas Milch wieder zu mir.

 

Am nächsten Tag feierten wir meinen Geburtstag im ‚Nussbaum‘.

Zwar hatte ich sie gebeten, die gleichen Dinge anzuziehen wie sonst, aber heute trug sie zusätzlich eine schwarze Büstenhebe, die ich noch nie an ihr gesehen hatte. Ihre Brüste wurden damit noch viel stärker betont, als zuvor. Konnte man sich sonst noch der Illusion hingeben, dass man vielleicht nicht korrekt sah, gab es nun nicht den geringsten Zweifel mehr. Thea zeigte ihre Brüste!

 

„Liebste, du bist schöner, als je zuvor! Danke, dass ich dich lieben darf!“

Ich nahm ihre Hand und küsste sie.

Thea musste wohl schon Bescheid gegeben haben, was wir feiern wollten, denn wir hatten nicht nur einen besonderen Tisch, sondern er war auch mit einem größeren Kerzenleuchter und einem Blumengesteck geschmückt.

Auch diesmal gab es ein perfektes Menü. Gut, wir verzichteten weiterhin auf Wein, weil er meiner Liebsten nicht bekam, aber sonst war alles perfekt. Thea ging zwischendurch immer wieder ‚wohin‘, so dass ich mich irgendwann wunderte:

„Liebste, hast du eine Flitterwochenblasenentzündung?“

So etwas gäbe es, hatte ich mal gelesen.

Thea begann zu weinen. Aus dem kleinen Täschchen, das sie bei sich trug, holte sie ein Tempo und ein kleines Heftchen, das sie mir herüberreichte. Ich schaute sicher ziemlich fragend, denn sie meinte nur:

„Lies!“

„Mutterpass – hast du den gefunden?“

Keine Antwort. Ich öffnete das Heftchen.

„Dorothea Aimée…“

Sie weinte und lachte, gleichzeitig.

„Ja doch! Was meinst du, warum ich keinen Wein mehr trinke! Du wirst Papa! Und deshalb war ich in der Stadt, nämlich beim Frauenarzt. Und deshalb sind meine Brüste so viel größer, und deshalb renne ich manchmal raus…“

 

Ich stand auf, hier vor allen Leuten, zog sie zu mir hoch und küsste sie:

„Ich liebe dich, Dorothea Aimée! Und eins sage ich dir: Wird es ein Mädchen, so muss sie Désirée heißen, die Ersehnte.“

Ich weiß schlicht nicht mehr, was wir gegessen haben, ich weiß nicht, wie wir nach Hause gekommen sind, ich weiß nur noch, dass wir eine wilde Nacht hatten, bis Thea meinte:

„Du solltest eine Schwangere auch mal schlafen lassen. Schwangere brauchen viel Kraft für das entstehende Leben! Tobe dich auf dem Ruderboot aus –“

Woraufhin ich sie noch einmal nahm. Frechheit muss bestraft werden!

 

Das alles ist nun etwa vierzig Jahre her. Inzwischen konnten wir unseren Grips-Hof kaufen. Dort haben wir gelebt und gearbeitet und wirklich viel Grips investiert. Die Wiese und der See werden intensiv genutzt: Von einer stetig größer werdenden Enkelschar, denn Désirée war die erste, aber nicht die letzte… Und wir vermuten sicherlich zu Recht, dass einige unserer Enkel ebenfalls auf dem Grips-Hof entstanden sind.

 

© Carlito