Ich fliege auf dich

Natürlich bin ich vor ihr auf und düse mal schnell durch die ganze Wohnung - just for fun - dann aber ab in die Küche. Aaahhh, Frühstück! Lasst uns doch mal sehen! Meine erste Wahl ist der Obstsalat mit Melone! Dieser verführerische Duft umschmeichelt mich und ich kann nicht anders, als zu kosten. Hmmmmmmmmmm! Dieser Saft ist wahrer Nektar! Was das wohl für eine ist? Also eine Wassermelone ist das nicht! Honig vielleicht? Cantaloup? Aber vermutlich doch eher eine Zuckermelone!

 

Wirklich, sie weiß, was ich liebe! Da steht doch tatsächlich ein Schüsselchen mit frischem Honig! Lecker! Da muss ich gleich mal eintauchen und naschen. Sie ist so süß, nicht nur ihr Honig. Aber weiter. Was gibt es noch? Butter! Mag ich auch ganz gerne und probiere sofort. Zu glatt! Wurst und Käse . Naja, das ist nicht so meins, aber ein kurzer Versuch kann ja nicht schaden.

 

Ich drehe mich um die eigene Achse und schaue nach dem Kaffee. Ja, der ist auch schon im Werden begriffen. Wo sind Zucker und Milch? Ach da stehen sie. Brauner Zucker, mein Lieblingsodeur! Ich setze mich mal kurz hin und stärkere mich. Höre ich da etwas?

 

Aahhh! Sie kommt!

Ich eile ihr entgegen. Süß sieht sie aus! Und dass ist so wenig anhat, kommt mir sehr entgegen. Ein kurzer Kuss auf ihren Mundwinkel zur Begrüßung. Ihr langes, blondes Haar duftet verführerisch nach irgendwelchen Blumen. Ich kann momentan nicht genau sagen nach welchen - so ganz echt riecht es nicht - aber doch ganz verlockend. Ich streichle kurz durch ihr Haar und lande prompt zwischen ihren Brüsten. Natürlich kann ich nicht lange da verweilen, denn sie hat außer einem Shorty nichts an. Die Verlockung ist zu groß. Das heißt, ich bewege mich langsam, ganz langsam hin zu ihren rotbraunen, reifen Beerchen und fühle und taste und schwelge!

 

Was für ein Gefühl! Ihre Haut ist weich wie Seide und duftet so wunderbar nach ihr. Da kann man doch nur verrückt werden. Natürlich verscheucht sie mich und schenkt sich erst mal Kaffee ein. Kann ich gut verstehen. Verschlafen, wie sie ist, braucht sie jetzt eine gehörige Dosis Koffein, aber wie kann man das Gebräu nur schwarz trinken? Wo doch so köstlicher Zucker und noch köstlichere Dosenmilch auf dem Tisch stehen! Ich zeige ihr die Leckereien, aber sie nimmt überhaupt keine Notiz davon.

 

Na gut, wenn sie nicht will! Dann kümmern wir uns wieder um die wichtigen Dinge des Lebens! Ich eile zu ihr zurück. Das rote Höschen, das sie trägt, ist aber wirklich gar zu entzückend. Und dieser Duft erst, der ihm entsteigt. Ich streichle ihre Oberschenkel und taste mich höher vor. Natürlich wird sie wahrscheinlich nicht gewillt sein, das hinzunehmen, aber nein, sie negiert mich einfach - dieses Mal, um eine Semmel zu angeln. Ich setze mich neben sie und beobachte fasziniert, wie geschickt sie mit dem Messer umgehen kann.

 

Aber das kann mich natürlich nicht dauerhaft befriedigen, also beginne ich sanft, ihre Schulter zu liebkosen. Von dieser Stelle habe ich einen wunderbaren Blick über Berge und Täler. Natürlich ziehen die Gipfel mich an, und ich arbeite mich langsam hinab, bzw. hinauf. Ich achte genau auf die Unebenheiten des Weges, und je höher ich komme, desto widriger wird das Gelände. Dann habe ich den Gipfel erreicht und küsse zärtlich das wunderbare Terrain. Aber schon verlockt mich wieder die Schlucht, und ich bin unterwegs. Ihre Hand schiebt mich mit beiseite.

 

Himmel Herrgott! Diese Frau hat wirklich keine Ahnung von Romantik. Ich könnte zärtlicher nicht sein, und sie fühlt sich gestört. Das liegt vermutlich nur daran, dass sie noch nicht ganz wach ist. Aber ehrlich, kann ich etwas dafür? Normalerweise sind Frauen eher zärtlich gestimmt am frühen Morgen. Meine nicht! Als ich liebevoll ihre Hand berühre, zieht sie sie zurück. Na gut! Dann halt noch ein Kuss auf die Wange! Oder vielleicht doch auf die Lippen?

 

Aber nein, sie steht auf! Kann sie denn nicht eine Minute stillsitzen? Was macht sie jetzt? Ach ja, sie holt die Zeitung. Warum liest sie nicht? Was macht sie denn da? Nein! Nein, das geht aber gar nicht!

 

"Nicht doch, Liebling! Nicht mit mir! Nicht heute! Nicht die Zeitung zusammenrollen! Was hast du vor? Du wirst doch nicht . Liebling! NEIN! Nicht schlagen! Was habe ich dir getan? Ich liebe dich!"

 

Patsch!

 

"Nicht Liebling! Ich liebe dich! Ich werde auch nie mehr an deinem Honig naschen. Aber du wirst mir verzeihen, wenn ich deinen Brüsten nicht widerstehen kann. Dort ist es auch relativ sicher!"

 

Patsch!

 

"Hilfe! Du schlägst dich selber? Das darf nicht wahr sein!"

 

Ich flüchte hinter die Melonen. Nun stehst du da wie Walküre persönlich, schwer zeitungsbewaffnet und auf Kriegsfuß.

 

"Vergiss nicht, ich liebe dich! Ich bin so klein und wehrlos! Bitte! Bitte nicht!"

 

Patsch!

 

Krrrkkk

 

"Igitt! Fliege im Obstsalat - wi-der-lich!"

 

 

© Anna