Urlaubsbekanntschaft


Bali war einfach ein Traum, und es war ihr Traum gewesen, solange sie denken konnte. Nur, in früheren Zeiten konnten sie es sich nicht leisten, denn schließlich hatte sie zwei Söhne - und beide studierten noch. Es ging nicht - sie sah es ja ein. Aber jetzt, jetzt genoss sie es. Immerhin, sie hatte es geschafft. Inzwischen war Hanna eine alte Dame von 71 Jahren und Witwe. Ihre Söhne hatten längst Karriere gemacht, und sie hatte schon sechs Enkelkinder. Erst jetzt genoss sie ihr Leben! Sie tat nur noch, was sie wirklich wollte - und dazu gehörte eine Reise nach Bali, auf die Insel der Götter.

 

Hanna fühlte sich wohl. Sie hatte endlich den Schmerz um ihren verstorbenen Mann überwunden, und es ging ihr gut. Die Söhne waren glücklich mit ihren Familien, und so durfte sie endlich einmal nur an sich denken, und das tat sie dann auch! Sie hatte sich eine wundervolle neue Garderobe zugelegt und sich diesen Urlaub gegönnt. Jetzt saß sie hier, in einem Paradiesgarten und dachte nach. Wie zauberhaft es hier war! Sie konnte so richtig entspannen. Seit einer Woche war sie schon hier und die Wärme und das Meerwasser taten ihr gut. Manchmal hatte sie Kreuzschmerzen - zu Hause. Hier war das wie weggeblasen. Sie war braungebrannt, und sie sah gut aus. Dass sie sich die Haare hatte schneiden lassen, war genau richtig gewesen. Sie trug ihr weißes Haar jetzt glatt und kinnlang. Wenn sie badete und es nass wurde, brauchte sie keine zehn Minuten, und alles war wieder in Ordnung. Jetzt entspannte sie sich. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie je so zufrieden mit sich gewesen war. Dieser Urlaub tat ihr unendlich gut.

 

Nikolaus war 58, Oberstleutnant, Karrieremensch, Soldat, Ehemann und Vater - in genau dieser Reihenfolge. Sein Beruf war ihm Berufung - nur mit der Wahl seiner Ehefrau hatte er einen Fehler begangen. Aber da er jetzt in der NATO ein großes Tier geworden war, konnte er das nicht mehr korrigieren. Er konnte sich nicht scheiden lassen - seine Karriere wäre zu Ende gewesen. Seine Frau wusste das und sie machte ihm, so gut sie es vermochte, das Leben zur Hölle. So versuchte er, sie möglichst selten zu sehen - und ansonsten sein Leben, so angenehm wie möglich zu gestalten. Dass sie in diesen Urlaub mitkommen würde, hätte er nicht für möglich gehalten, aber jetzt reiste sie weiter, und er blieb noch zwei Wochen hier. Sein Urlaub konnte beginnen!

 

Er hatte sie verabschiedet und sich dann ein gutes Buch geschnappt, um sich an den Pool zu legen. Nikolaus sah für sein Alter sehr gut aus. Er war durchtrainiert - das brachte schon sein Beruf mit sich, und er hatte noch alle Haare. Eigenartigerweise war ihm das wichtig! Auch wenn sie schon eisgrau waren, sie waren dicht und wellig, wie eh und je. Er hatte etwas zuviel Bauch - das gestand er sich ein. Seine Frau ließ ihn das auch keine Sekunde vergessen, aber er konnte sich in der Badehose trotzdem noch sehen lassen.

 

Als er durch den Garten schlenderte sah er sie: Frau Hanna Pfeifer. Er hatte sie schon letzte Woche kennengelernt. Damals schwamm sie neben ihm im Meer, und dann hatte er sie abends wiedergesehen - am Buffet. Sie war eine überaus attraktive Lady. Der schwarze Einteiler mit den goldenen Ornamenten stand ihr ausgezeichnet. Und es ging eine Wärme, eine Freundlichkeit von ihr aus, die ihn beeindruckte. „Guten Tag, gnädige Frau!“ begrüßte er sie. „Darf ich mich zu Ihnen setzen?“ Hanna nickte lächelnd, und dann erzählte er ihr, dass seine Frau abgereist sei.

 

Sie hatten sich schon die ganze Woche über prächtig unterhalten. Ihre Interessen stimmten in weiten Bereichen überein. Er fand, Hanna sei eine wirklich interessante Frau. Sie gefiel ihm über die Maßen. Wie alt sie wohl war? Er schätzte sie auf 60, vielleicht 65. Sie war älter als er - das auf jeden Fall, aber sie hatte Charme und Charisma. An diesem Nachmittag betrachtete er sie sehr genau. Trotz ihres Alters hatte sie einen schönen Körper. Nicht so knochig, wie seine Frau. Hanna war weiblich, rund und weich. Wieso fühlte er sich so angezogen von ihr? Nikolaus dachte darüber nach - und dann fragte er sie.

 

Hanna lächelte. „Wahrscheinlich erinnere ich Sie an Ihre Mutter!“ Er schüttelte vehement den Kopf. „Meine Gefühle Ihnen gegenüber sind bestimmt nicht die eines Sohnes! Da bin ich ziemlich sicher! Außerdem sind Sie gar nicht viel älter als ich. - Ich werde im nächsten Monat 58!“ erklärte er. „Ich könnte Ihre Mutter sein!“ stellte sie fest. „Ich bin 71 Jahre alt!“ Nikolaus fiel fast von seinem Liegestuhl. Diese Rechnung ging zwar nicht ganz auf, aber er hatte den Altersunterschied nicht für so groß gehalten.

 

„Sie sehen umwerfend aus!“, bekannte er spontan. Hanna lächelte. Sie war auf einmal glücklich. Es tat ihr gut, zu gefallen. Natürlich war er viel zu jung und sie viel zu alt für dieses Spiel, aber wer dachte schon daran. Zwischen ihnen war sowieso nichts, und da würde nie etwas sein - und doch: Das Kompliment tat ihr gut! „Gehen Sie mit mir schwimmen?“ lenkte sie ab. Auf einmal hatte sie so ein flaues Gefühl in der Magengegend.

 

Sie standen auf und spazierten durch den Garten an den Strand. Nikolaus verhielt den Schritt und sah ihr nach. Sie war wirklich eine schöne Frau! Ihr Hüftschwung ließ ihn ihr Alter vergessen. Und was für tolle Beine sie doch hatte - und der Po! Zum Donnerwetter, was bildete er sich denn da ein? Wo war er nur mit seinen Gedanken. Seine Frau war doch gerade erst abgereist! - Nein! So stimmte das nicht! Sie war schon lange nicht mehr bei ihm - innerlich! Und was den Sex betraf … was war da eigentlich noch?

 

Es wurde ein wunderbarer Nachmittag - so harmonisch und unterhaltsam, wie sie es beide schon sehr lange nicht erlebt hatten - und zum Abend verabredeten sie sich zum Essen. Als Hanna in ihr Zimmer ging, um sich für das Dinner umzuziehen, war sie nicht ganz sicher, ob sie das Richtige tat, aber andererseits: Was tat sie schon? Sie unterhielt sich prächtig - mehr aber auch nicht! Er war schließlich fast … Daran wollte sie nicht denken, denn Nikolaus gefiel ihr! Soviel war sicher. Er war ein Gentleman - und sein Charme brachte sie dazu, über Dinge nachzudenken, die sie längst vergessen glaubte.

 

Aber jetzt war Schluss damit! Sie musste sich fertig machen. Das tat sie dann auch - mit größerer Sorgfalt als sonst. Sie suchte sogar in ihrer neuen Garderobe nach einem besonderen Teil. Schwarz, schick und sexy - mit einem so tiefen Dekolleté, dass Nikolaus mir ein wenig Fantasie sogar die Spitzen ihrer Korsage erahnen konnte. Es sah hinreißend aus zu ihrer sonnengebräunten Haut und dem weißen Haar. Hanna schminkte sich sorgfältig und dann vervollkommnete sie das Gesamtbild noch mit schlichten, goldenen Kreolen. Was wollte sie eigentlich? Wollte sie ihm jetzt gefallen? Wollte sie …?

 

Auch Nikolaus verwandte die größte Sorgfalt auf sein Äußeres, denn er war sicher - ganz sicher, dass er ihr gefallen wollte. Sie hatten sich doch so gut verstanden - heute Nachmittag. Wenn er ehrlich war, war sie seit langem die erste Frau, mit der er sich näher beschäftigte - die ihm wert schien, ihr seine Zeit zu widmen. Und jetzt würde er mit ihr speisen! Er erwartete sie an der Bar und als sie kam, stockte ihm der Atem!

 

Hanna sah das Leuchten in seinen Augen. Der ganze Aufwand hatte sich rentiert. Sie gefiel ihm, es war nicht zu übersehen - und das machte sie glücklich. An diesem Abend tranken sie Brüderschaft - aber den dazugehörigen Kuss übergingen sie dezent - alle beide! Und dann taten sie etwas, dass sie ebenfalls schon lange nicht mehr getan hatten. Sie gingen zum Tanzen.

 

Als er sie zum ersten Tanz aufforderte, war sie so verunsichert, dass sie beinahe zitterte. Nikolaus konnte es an seinen Armen spüren. Sanft zog er sie an sich, hielt sie behutsam, und dann fanden sie einen gemeinsamen Rhythmus. Langsam gewöhnte sie sich an den Gedanken, wieder in den Armen eines Mannes zu liegen, und nicht nur der Gedanke - auch das dazugehörige Gefühl gefiel ihr. Sie schmiegte sich an ihn und überließ sich seiner Führung.

 

Nikolaus spürte die Veränderung in ihrem Verhalten, hielt sie fester, und drückte sein Gesicht in ihr Haar. „Du riechst soo gut! - Einfach fantastisch!“ - Er schnupperte hingerissen. „Ich bin doch so ein Nasentier! - Ich könnte hineinkriechen in dich - dein Duft ist wunderbar!“, murmelte er leise. Solche Komplimente hatte sie schon lange nicht mehr bekommen, aber er war doch so jung - viel zu jung für sie! - Trotzdem! Er zog sie an. Gefühle, die sie längst verloren glaubte, erwachten in ihr. Sie war immer eine sinnliche Frau gewesen, aber seit dem Tod ihres Mannes, vor fünf Jahren, hatte sie ihre Sinnlichkeit vergessen. Nein, sie hatte sie nicht vergessen, vergessen konnte sie es nie - nur verdrängen! Und jetzt konnte sie doch nicht ernsthaft diesen „Jüngling“ begehren. Sie fasste es nicht! Und doch! Sie hatte sich selbst noch nie belogen, auch wenn sie es schon lange nicht gefühlt hatte: Sie erkannte es wieder, das Begehren…, und es fühlte sich herrlich an!

 

Als er sie zu ihrem Zimmer brachte, am Ende dieses verwirrenden Abends, war ihrer beider Unsicherheit auf dem Gipfel angekommen. Sie standen vor dieser Türe und sahen sich in die Augen. Was sollten sie jetzt bloß tun? Noch konnten sie keine Entscheidung treffen - aber eines konnten sie tun, sie konnten sich gegenseitig helfen, sie konnten sich Trost und Stütze sein.

 

Nikolaus nahm sie in seine Arme, und sie fühlte, dass sie dahin gehörte - nirgends anders war ihr Platz. Seine Lippen streiften ihre Schläfen, berührten zärtlich ihre Augen. „Du bist eine wunderbare Frau, Hanna!“ flüsterte er „So schön, so bezaubernd, so warm und… so aufregend!“ Sein Mund war angekommen. Hanna konnte nicht länger widerstehen, sie wollte es nicht. Sie hob den Kopf, bot ihm ihre Lippen - und er küsste sie. Nikolaus hatte das Gefühl mit ihr zu verschmelzen. Er hielt sie fest, drückte ihren Körper an seinen, genoss die Leidenschaft, die er in ihm weckte. Oh ja, er wollte! Er wollte diese zauberhafte Frau in seinen Armen, und ganz offensichtlich hatte sie ähnliche Gefühle, aber noch waren sie beide nicht so weit. Widerstrebend lösten sie sich voneinander. „Morgen!“ versprach sie. „Morgen!“ Und damit verschwand sie in ihrem Zimmer.

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

Nikolaus ging, aber er konnte jetzt nicht schlafen, also zog er seine Schuhe aus und ging zum Strand. Was war denn bloß los mit ihm? Hatte er sich wirklich verliebt, verliebt, in eine Frau, die seine Mutter hätte sein können? Nein, das stimmte nicht ganz, aber sie war 71! Sie war zu alt für ihn! - Und doch dachte er nur noch an sie, träumte von ihrem weichen Körper, von diesem leidenschaftlichen Kuss, den sie ihm geschenkt hatte. Lange schon, sehr lange, hatte er keine Sehnsucht mehr empfunden. Jetzt sehnte er sich! Er wünschte sich zu ihr, in ihr Bett! War das nur die lange Zeit, in der er keine Liebe mehr empfunden hatte, keinen Sex mehr gehabt hatte? - Nein, zum Donnerwetter, nein!

 

Es war sie! Es war Hanna, die er wollte. Es waren ihre üppigen Formen, die er begehrte. Wenn er an dieses Hinterteil dachte, das er heute Nachmittag betrachtet hatte, wurde ihm heiß. Er stellte sich vor, dass er ihr diesen eleganten, schwarz-goldenen Badeanzug auszog, sah im Geist ihre nackten Brüste, streckte seine Hände aus … Stöhnend wurde ihm klar, dass das Alter für ihn keine Rolle spielte. Er wollte sie haben! Wenn sie sich auf ihn einließ, würde er sie lieben. Und jetzt würde er sich ausziehen und ins Meer stürzen, denn sonst würde er überschnappen. Seine Sehnsucht nach ihr machte ihn fast verrückt.

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

Auch Hanna schlief wenig in dieser Nacht. Durfte es so etwas noch für sie geben? Eine leidenschaftliche Liebe, körperliche Lust und Sex? In ihrem Alter? Aber sie wusste es ja, ihr hungriger Leib gab ihr die Antwort - und die war ganz und gar eindeutig. Sie sehnte sich so sehr nach ihm, dass sie es beinahe nicht mehr aushielt.

 

Aber das war ja nicht die einzige Frage, die sich ihr stellte! Schließlich war er verheiratet. Sie hatte seine Frau kennengelernt. Durfte sie ihr den Mann wegnehmen? - Nein! Davon war keine Rede! Sie waren kein Paar mehr. Sie wollte diesen Mann nicht - sie brüskierte ihn, wo immer das möglich war. Sie führte einen Krieg gegen ihn. Nikolaus war einsam in seiner Ehe - einer Ehe, aus der es keinen Ausweg gab. Seine Frau war eigentlich nur noch ein weiterer Grund, sich ihm zuzuwenden. Er brauchte sie - Hanna! Und sie wollte ihn nicht heiraten - er konnte beides miteinander vereinbaren. Er hatte die Liebe, die ihn aufbauen würde - ihre Liebe, und er konnte seine Karriere behalten. Sie kam immer mehr zu der Überzeugung, dass sie ihre Entscheidung längst getroffen hatte: Sie wollte ihn! Sein Alter war ihr völlig egal und was die „Leute“ sagen würden, erst recht! Und wenn er sie wollte ...!

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

Am nächsten Morgen erwartete er sie schon im Garten. Er war ein Frühaufsteher - und heute hatte er ohnehin kein Auge zugetan. Als sie auf ihn zukam, hatte er keinen Gedanken mehr an ihre Jahre. Er sah sie an, als habe er eine Vision. Ihr weißes Haar glänzte in der Sonne - ihr Mund lächelte und ihre Augen strahlten. Offensichtlich war sie mit sich im Reinen - sie hatte sich entschieden. Vor ihm stand eine Frau im wahrsten Sinn des Wortes - und sie wusste genau, was sie wollte. Hanna trug über ihrem Badeanzug ein weites, fast transparentes, schwarzes Batistkleid und silberne, bestickte Ballerinas, die sie hier auf Bali gekauft hatte. Sie sah gut aus – und sie wusste es!

 

Gemeinsam gingen sie schweigend zu ihren Liegestühlen und machten es sich bequem. Keiner fand das erste Wort. Was sollten sie auch sagen? Sie wussten doch alles! Hanna zog ihr Kleid aus und streifte die Träger ihres Badeanzuges ab, dann legte sie sich auf den Bauch. Sie reichte ihm ihre Sonnenmilch und bat. „Kannst du mir bitte den Rücken einreiben?“

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

Nikolaus nahm die Flasche und ließ sich die Milch in die Hand tropfen, atmete tief ein und legte seine Hand auf ihre Schulter. Behutsam rieb er den Sonnenschutz auf ihren Rücken. Ihre Haut zu spüren - welch wunderbares Gefühl. Sie war nicht so straff, wie die einer jungen Frau, aber so zart, so weich wie Samt. Er schloss seine Augen und genoss es, sie zu streicheln. Seine Hand glitt auf ihren Arm - er cremte hingebungsvoll. Hanna drehte sich um. Sollte er - oder nicht? Seine Hand tat es von allein! Sie tastete sich weiter vor. Er rieb ihre Schulter ein, weiter nach vorne - den Hals. Er konnte jetzt nicht aufhören. Seine Finger berührten ihr Dekolleté - und Hanna zog den dünnen Stoff des Kleides über sich. Sichtschutz für sie - aber auch für ihn! Ihre Brüste bebten. Nikolaus spürte es bis tief in seinen Leib. Er reagierte. Langsam schob er seine Hand tiefer - unter den Badeanzug. Nein, er berührte sie jetzt nicht. Seine Hand zeichnete nur die Konturen ihres Busens nach. Der halbe Zentimeter Abstand, den er zu ihrer Haut hielt, machte ihn noch mehr an.

 

Und dann spürte er die harte Knospe ihrer Brust in seiner Handfläche. Hanna atmete tief, drückte ihm diese verführerische Spitze förmlich in die Hand. Vorsichtig legte er sie auf auf das Krönchen, fühlte die kühle Rundung an seiner Handkante. Er konnte nicht anders. Er griff zu! Umfasste ihre nackte Brust und massierte sanft. Hanna versuchte ihr Stöhnen zu unterdrücken - es gelang nur unvollständig. - Sie wollte ihn! Wie lange hatte er dieses Gefühl vermisst?

 

Stöhnend ließ er sich auf sie sinken, suchte ihren Mund und küsste sie leidenschaftlich. Seine Hände liebkosten ihren Körper. Sie entrückten beide in lustvolle Sphären. Gott sei Dank war der Garten um diese Zeit noch menschenleer, denn eigentlich wollten sie nicht zum Mittelpunkt des Interesses werden. Trotzdem murmelte er sehnsüchtig: „Ich liebe dich, Hanna! Oh Gott, ich liebe dich! - Du bist sooo sexy! - Du machst mich einfach verrückt! - Ich habe kaum geschlafen heute Nacht - in dem Gedanken an dich!“ Seine Lippen folgten den Linien ihres Körpers. Er presste sie in ihren Ausschnitt, fühlte wie sich ihre Formen hoben und senkten. Sie atmete schwer. „Nikolaus!“ Hanna flüsterte seinen Namen. „Nikolaus, bitte - hör auf! - Bitte! - Nicht hier, Liebster!“ Nein, sie wies ihn nicht zurück. Sie war nur nicht mehr jung genug, um sich der Öffentlichkeit auszusetzen.

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

„Sag es mir, Liebste! - Wir gehören zusammen! - Sag es mir! - Du liebst mich!“ Sie nickte atemlos. Wusste sie eigentlich noch was sie tat oder verwirrte die aufsteigende Leidenschaft ihre Sinne? Sie war nicht ganz sicher, aber sie wusste genau, dass sie ihn wollte. „Ich liebe…, ich will …!“ Hanna stöhnte, und Nikolaus umfasste ihr Gesicht, sah ihr tief in die Augen. „Meine Schönste! - Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal solche Sehnsucht nach einer Frau empfunden habe, wie nach dir. Du bist so warm, so weiblich, so fürsorglich und soo erotisch“. Er lächelte, als er das Strahlen ihrer dunklen Augen sah. „Komm! - Lass uns baden gehen! - Wir brauchen ein bisschen Ablenkung!“, bat er und reichte ihr die Hand, zog sie hoch. Gemeinsam verbrachten sie den ganzen Tag am Strand.

 

Es war, als habe sich die Umwelt mit ihrer Sehnsucht verbunden. Die romantische Stimmung am Strand nahm immer mehr zu. Es war Ebbe und der flache Sandstrand lag, wie unter einem riesigen, funkelnden Spiegel, vor ihnen. Eine hauchdünne Wasserschicht überzog die weite Fläche, glänzte silbern in der Sonne und dann begann ein warmer Nieselregen niederzufallen. Sofort wölbte sich ein märchenhafter Regenbogen über den Himmel.

 

Hanna lag malerisch im warmen Sand, umflossen von der Silberflut. Das sanfte Licht tauchte sie in einen Weichzeichner. Nikolaus glaubte, nie eine schönere Frau gesehen zu haben. Ihr Alter hatte er vergessen. Sie war diejenige, die seine Lust zum Leben erweckt hatte - seine Venus! „Bald!“ flüsterte er. „Bald, meine Liebste!“ Hanna wusste, wovon er träumte, und sie gestand sich ein, dass auch ihre Ungeduld beinahe das erträgliche Maß überstieg. Eigentlich war es zu früh, als sie sich trennten, um sich für den Abend vorzubereiten - aber sie mussten sich beide zurückziehen - zumindest eine kurze Weile alleine sein - um die Nerven nicht zu verlieren.

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

Hanna ging ins Bad. Sie duschte sorgfältig, entfernte den feinen Sand aus allen Verstecken. Sie betrachtete ihren Körper im Spiegel. Sie war nicht mehr 40 - es war ihr bewusst! Trotzdem: Sie war eine schöne Frau - und sie gefiel ihm über die Maßen. Allerdings war ihr Haar, das auf dem Kopf so wunderbar weiß schimmerte, an anderer Stelle grau! Oh weibliche Eitelkeit! Sie wollte ihn nicht mit der Nase auf ihr Alter hinstoßen, also überlegte sie: Was würde er sagen, wenn sie rasiert war? Sie würde es erleben. Sie wollte nicht grau sein, also griff sie zum Rasierer und zu ihrem Handspiegel. Kurzentschlossen, entfernte sie den verräterischen Flaum. Dann kleidete sie sich sorgfältig an. Einen schwarzen Spitzenbüstenhalter und ein passendes Höschen - darüber einen kurzen Seidenunterrock mit Spaghettiträgern. So würde sie ihm gefallen! Sie wusste es. Denn sich ganz nackt zu präsentieren, das brachte sie nicht über sich - noch nicht!

 

Danach räumte sie ihr Zimmer auf. Er würde zu ihr kommen - auf ihre lauschige Terrasse. Sie war umgeben von dichten Hibiskus-Büschen und hatte einen zauberhaften Blick auf das Meer. Niemand würde sie beobachten können. Sie rückte ihre Rattan-Sessel zurecht und stellte die Kerzen bereit. - Er würde kommen! Ihr Herz flüsterte seinen Namen. Hanna musste lachen: Sie benahm sich, wie ein junges Mädchen! Sie sehnte sich nach ihm - nach seiner Liebe. Als sie alle ihre Vorbereitungen getroffen hatte, legte sie sich noch eine Stunde hin, bevor sie ein sehr schickes, dunkelrotes Mantelkleid anzog und sich zum Büfett begab. –

 

                                              ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ -- ☸ڿڰۣ☸

 

Er wartete auf sie!

Auch Nikolaus hatte die größte Sorgfalt auf sein Äußeres verwendet. Er sah wirklich gut aus. Groß, braungebrannt und selbstsicher. Er lächelte sie an, als sie auf ihn zu kam - dann verbeugte er sich galant und küsste zärtlich ihre Hand. Gemeinsam speisten sie. Das Dinner war köstlich, und doch hielt sich ihr Appetit in Grenzen. Sie waren viel zu aufgeregt, um Hunger zu spüren.

 

„Und jetzt - haben wir eine ganze Nacht vor uns!“ Hannas Stimme kratzte. Wollte er sie wirklich? Wollte er tatsächlich… mit ihr schlafen? Sie glaubte es immer noch nicht. „Was tun wir jetzt?“ fragte sie leise. „Wollen wir noch etwas trinken - auf meiner Terrasse?“ Er nickte. Nikolaus bestellte eine Flasche Pflaumenwein und ließ sich zwei Gläser geben. Fragend sah er sie an - und dann erkannte er ihre Unsicherheit. Sie wusste nicht, wie sie sich jetzt verhalten sollte. Also trat er zu ihr, legte den Arm um ihre Schultern und küsste sie sanft auf die Wange. „Lass uns gehen, Liebes!“ Sie war froh, dass er die Initiative ergriff - sie hätte es nicht vermocht, aber an seinem Arm, an seiner Seite, konnte sie es. Langsam schlenderten sie am Pool vorbei, zu ihrem Bungalow. Als sie aufsperrte und eintrat, überkam sie wieder die Unsicherheit, aber er drängte sie ins Zimmer und schloss die Türe, nahm sie in seine Arme und küsste sie innig.

 

Das war der Augenblick, in dem der Funke übersprang. Er entzündete die Lust in ihr, ließ sie die Unentschlossenheit überwinden. Leidenschaftlich erwiderte sie seine Küsse - erlaubte, dass er ihr Kleid öffnete. Seine Hände wanderte zu ihre Brüsten, massierten sie und tauchten ein - in ihr Dekolleté. Hanna stöhnte. Sie knöpfte sein weißes Hemd auf, schob es von seinen Schultern, doch dann hielt sie inne. „Nicht so schnell, Liebster! Wie haben so viel Zeit und wir wissen es doch beide - es wird geschehen - heute Nacht!“ Schwer atmend trat er zurück. „Wir werden es tun! Sag mir, dass du mich lieben wirst - dass du mir gehören wirst, heute Nacht! - Ich muss es hören!“ Hanna zog ihr Kleid aus, streifte es ab und lächelte. Ihre nackte Haut schimmerte im schwachen Licht der Laterne vor ihrer Türe. Sie trat auf die mondhelle Terrasse und reichte ihm die Weinflasche.

 

Sie waren sich einig. Warum sollte sie sich schämen? Nikolaus öffnete die Flasche, und dann zog er sich aus - unter ihren zärtlichen Blicken. Als er nur noch den Slip trug, griff er zu seinem Glas. „Du bist so schön!“ hauchte sie, stand auf und kam in seine Arme. Ihre Finger streichelten seine glatte Brust, glitten über seine Flanken. Sie schmiegte sich an ihn und Nikolaus streichelte zärtlich ihren Rücken, hinunter über ihre runden Hüften. Seine Hand berührte das nackte Fleisch ihrer Oberschenkel, glitt unter das kurze Hemdchen und schob ihr das Höschen über die Beine. Es fiel zu Boden. Hanna keuchte. „Wir wollen es beide!?“ War das eine Frage - oder eine Feststellung? Sie nickte. Ja, sie wollte es! Jetzt mehr denn je.

 

Seine Hand kehrte zurück - und als er ihre rasierte Scham berührte, war es an ihm zu keuchen. Erstaunt sah er sie an. Täuschten ihn jetzt seine Sinne - bot sie ihm tatsächlich ihre nackte Scham? - Liebes! „Du bist ...!“ Seine Stimme klang belegt. War das Erstaunen, Abwehr oder Begeisterung? Hanna nickte und dann setzte sie sich wieder in ihren Sessel, zupfte an ihrem Hemdchen, zog es in die Höhe - ließ ihn sehen ... Nikolaus sank auf die Knie. „Du bist die hinreißendste Frau, die ich jemals gesehen habe!“, stöhnte er und schob ihre Beine auseinander.

 

Jetzt wollte er nicht mehr nur Sex - jetzt wollte er alles! Alles, wovon er bisher immer nur geträumt hatte. Sie war die Frau, ihm seine geheimsten Wünsche zu erfüllen. Sie war die Richtige - die Einzige! „Ich träume von dir, solange ich denken kann!“ murmelte er. „Davon!“ Er legte seine Hand auf sie, streichelte ihren Schamhügel. „Hast du jemals ...?“ Er stockte. „Was?“ - „Hat er dich jemals - dein Mann - ... hat er dich jemals geküsst? - An ... an dieser Stelle?“ Hanna lächelte. War es möglich, dass er keine Erfahrung hatte - auf diesem Gebiet? Sie nickte. „Möchtest du es tun?“ fragte sie leise. Nikolaus brachte keine Antwort zustande. Natürlich wollte er - würde er es tun!

 

Seine Hände drückten ihre Knie auseinander, und dann legte er seine Stirn auf sie, atmete tief ihren Duft. Langsam kam er näher. Seine Zunge glitt über seine Lippen - und dann traf sie ihre. Er leckte über ihre glatten Schamlippen. Welch ein Gefühl! Stöhnend schob er sich tiefer, teilte sie mit seiner Zungenspitze, leckte hinein in ihre feuchte Spalte. Seine Gier nach ihr füllte ihn völlig aus. Er platzte vor Begierde. - Hanna stöhnte sehnsüchtig. Wie lange hatte sie diese Lust vermisst? Sie rutschte auf ihrem Sessel nach vorne und spreizte die Schenkel noch weiter. Sie hob sich ihm entgegen, presste ihre Scheide gegen seine Lippen. „Oh jaa, Nikolaus, jaa!“ Seine Finger kamen ihm zu Hilfe, sie tasteten sich vor, streichelten, schmeichelten sich ein, glitten tiefer hinein in ihre Weiblichkeit und erregten sie immer mehr. Hingegeben lag sie vor ihm - mit geschlossenen Augen, stöhnend vor Lust. Wie gut sie schmeckte! Wie geil sie ihn machte - nur durch ihre Hingabe!

 

Seine Zunge erregte sie - leckte, zuckte, huschte über ihren Kitzler. Hannas Becken schnellte ihm entgegen. Wahnsinn! Darauf konzentrierte er sich. Seine Lippen berührten diese kleine, feste Erhebung mitten in ihrem weichen Fleisch. Sie umfassten sie, drückten sie sanft zusammen. Hanna wimmerte. Er saugte hingerissen. „Ohh jaaa!“ Hanna stöhnte. „Komm, bitte komm! - Nikolaus! - Jetzt! - Komm zu mir - schieb ihn rein.“

 

Nikolaus richtete sich auf. Hanna lag vor ihm - ihre feuchte, einladende Muschi glänzend und offen vor seiner zuckenden Härte. Endlich befreite er seinen Penis aus der letzten Hülle. Er reckte sich ihr entgegen, gierig danach, in sie einzudringen. Sanft drückte er ihn in ihre Feuchte. Hanna umschlang seinen Körper mit ihren Schenkeln, zog ihn näher, drückte ihn hinein, wippte ihm entgegen. Stöhnend stieß er zu, drängte sich tiefer - zog sich zurück und stieß erneut - mit letzter Anstrengung berührte er sie … tief drinnen.

 

Nikolaus schrie auf, in heißer Lust. Seine Hände spreizten ihre Schamlippen. Mit der Spitze seines Daumens massierte er ihre Lustperle, und Hanna stieß ihm entgegen. Sie war völlig von Sinnen vor Gier. Er sollte sie jetzt nehmen, stoßen mit diesem herrlichen Schwanz - ihr alle Lust der Welt schenken. „Jaah! - Oh jaaa, - Nikolaus, jaaahh!“ Zuckend wand sie sich unter seinem Leib, stöhnend vor Geilheit und dann bäumte er sich auf, stieß noch einmal tief in sie hinein. Ihre gierige Scheide umfasste ihn und brachte ihn zum Explodieren. „Hanna! - Meine Hanna!“ Seufzend vor Genuss, brach er über ihr zusammen. Sein warmer Körper sank über sie, und sie umschlang ihn, hielt ihn fest an sich gedrückt.

 

Was hatten sie getan?

Mussten sie diese Liebe vor der Welt verstecken? - War sie unangebracht! - Mussten sie sich dessen schämen? Fragen über Fragen! Aber sie waren beide zu erfüllt, zu glücklich um sich ernsthaft Gedanken zu machen über dieses Problem, denn eigentlich war es kein Problem! Und wenn es eines war, dann das der anderen - nicht ihres!

 

© Beatrice von Stein