Herbstzeitlose

„…viel Arbeit mit diesen Blättern.“



Die Fahrerin des roten Uralt- Fiesta, die eben auf dem Vorplatz geparkt hat, steht neben mir. Ihr habe ich, bevor sie einparkte, schnell die Blätter und Bucheckern weggefegt. Das ‚spätsommerliche Novemberwetter‘ bringt mich beim Fegen richtig zum Schwitzen, und sie kommt gerade richtig für einen kleinen Plauderplausch.

 

„Ich bin Ihre Nachbarin, ich wohne auf der anderen Straßenseite im ersten Stock,“ und dabei zeigt sie auf zwei Fenster. „Nicht da, wo immer sooo laut gestritten und geschrien wird. Das sind auch keine Türken, die kommen aus Aserbaidschan.“ Erklärt sie mir, über mein Erstaunen lächelnd. „Sie kennen sicher meine älteste Tochter? - Sie arbeitet im Sanitätshaus in der Hauptstraße und ist Bandagistin und Orthopädie-mechanikern.“ Leider muss ich verneinen. „Die andere Tochter wohnt oben beim Krankenhaus. Sie ist PTA im Labor!“

Sie steht vor mir, gut einen Kopf kleiner als ich, das macht es schwer ihr Alter zu schätzen. Als ob sie errät was ich denke, kommt sofort: „Die große Tochter ist jetzt 34 Jahre und hat zwei Kinder, die andere Tochter ist 32 und hat auch zwei Kinder.“ Oh Gott, wie mitteilsam ist diese Frau. Von meiner Frau selig war ich schon einiges gewohnt, aber hier ist mindestens ein ebenbürtiges Pendant am Werk. „So haben Sie vier Enkel!“, stelle ich fest.

Dieses nachsichtige Lächeln von Frauen, wenn wir Männer, ‚ach ja‘ eben doch große, unwissende Jungs sind, macht auch mich immer wieder … „nachsichtig“. Oh, nein, sie habe noch einen Sohn, der Übersetzer ist und Dolmetscher, und der hat auch zwei Kinder. Nur die kleine Tochter, die wohne noch bei ihr und die wird jetzt auch bald 28. Der Stolz, dass ihre vier Kinder es zu etwas gebracht haben, dass sie ihre Kinder dazu erzogen hat, klingt aus ihrer Stimme.

„Also sechs Enkel?“ - „Bald sieben! Noch vor Weihnachten.“, erwidert sie mit einem ebenso geduldigen Lächeln wie gerade schon. „Und Sie, wie viele Enkel haben Sie?“ Ich kann nur mit drei Enkeln und einer Enkelin aufwarten.

„Was ist das für ein Baum?“ Ich erkläre ihr, dass es sich um eine Buche handelt, eine Blutbuche, und dass es in diesem Jahr extrem viele Buchecker gibt und dass man diese Buchecker essen kann. Ich knacke ein paar aus den Schalen und esse sie als erster, um ihr gleich danach ein paar zu schälen. Sie sieht mir interessiert zu. Ich lege ihr zwei Kerne in ihre Hand – schäle weiter und stecke abwechselnd mir und ihr eine in den Mund. Sie öffnet reflexartig den Mund, eigentlich ist es nur ein Lippen-Wölben, und ich stecke ihr den Kern hinein. Beim Schließen der Lippen berühren sie meine Fingerkuppen – beim ersten Kern ungewollt, beim zweiten fester. Sie hinterlassen einen kleinen, elektrischen Schlag, fast so, als hätte ich einen Weidezaun angefasst. Sie strahlt mich an, wie es lange keine Frau es mehr tat.

Wie komme ich zu dieser Ehre? Zum Nachdenken komme ich nicht. „Ihre Frau ist vor zwei Jahre verstorben!“ Ihre Stimme ist Anteil-nehmend, „Haben Sie Hilfe im Haus?“ Ich bejahe beides. „Ihre Hilfe ist aber nicht sehr fleißig … Ihre Fenster sind blind – alle Fenster.“ Ihre Direktheit verblüfft mich, macht mich wortlos. Sie merkt wohl, dass sie etwas über das Ziel hinaus geschossen ist. „Den Garten und um das Haus machen doch Sie! Ich sehe nur Sie im Garten, und ich sehe Sie in Ihrem Wintergarten am Computer arbeiten und große Papiere studieren.“ Kontinuierlich füttere ich sie mit Bucheckern und mit Walnüssen von Nebenbaum. „Was sind Sie von Beruf, oder sind Sie schon in Rente?“ Ihr Deutsch ist makellos, neutral, mit leicht niederrheinischem Akzent. So viel Interesse hat schon lange niemand mehr an mir gehabt. „Ich bin Freiberufler, Selbständiger.“

Als nächstes erfahre ich, dass sie Schneidermeisterin ist. „Deutsche Schneiderin, Damenschneiderin mit deutschem Meistertitel. „Ich habe bei Gerry Weber gelernt!“ Wir stehen mitten auf dem Vorplatz, und ich bekomme den Lebenslauf einer meinen Nachbarinnen erzählt, und ganz nebenbei kitzelt sie mir meine Vita aus den Rippen. „Kocht sie auch für Sie? Essen Sie auch gut … oder kochen Sie selber?“ Irgendwie formiert sich in meinem Kopf ein Gedanke: „Du stehst unter Beobachtung! Jemand macht sich Gedanken um dich …“ Und es ist mir nicht unangenehm.  

Ich erzähle ihr - weiß der Teufel warum - dass, wenn alle Blätter und Bucheckern gefegt sind und ich alle Walnüsse eingesammelt habe, eigentlich Feierabend wäre, um für den Rest des Samstags in die Sauna zu fahren und auszuspannen – Wellness auf Neudeutsch. „Was macht man in der Sauna … nur schwitzen? Wie in einem türkischen Hamami?“ Ich erkläre ihr, dass es mehr ist - oder anders, als ein türkisches Hamam. Ihre kleine Tochter gehe auch schon mal mit ihren ehemaligen Kommilitoninnen in so eine Sauna, wo Männer und Frauen gleichzeitig nackt sind. „Gehen Sie in so eine Sauna?“ Für eine Türkin wie sie, die über Fünfzig ist, sei das nichts mehr, da sei sie zu alt. Ein resignierendes Lachen begleitet ein schnelles Kneifen in die Wange: „Alles Falten … altes Fleisch!“ Ihre Augen, ihr Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung drücken etwas anders aus … Neugierde.

 

„Und? Was hat denn die kleine Tochter erzählt?“ Jetzt wird sie verlegen, druckst herum und ihre ganze Selbstsicherheit ist für kurze Zeit weg. Irgendwie macht mich dieser Feger an. Bei knapp 170cm und vielleicht 65 maximal 70 Kilo sieht sie appetitlich aus, und sie ist eine dynamische durch und durch Frau und Mutter, stolz auf ihre Kinder – und … ein Mann scheint nicht zu existieren. Und dann wieder, als ob sie errät, was ich denke, kommt prompt: „Ich bin geschieden … mein Ex-Mann ist 20 Jahre älter und jetzt in der Türkei - mit seiner dritten Frau.“ Ihr Gesicht, die wegwerfende Handbewegung und die zornige Kälte in ihrer Stimme sind Auskunft genug.

„Kommen Sie mit! Ich lade Sie ein. Sie brauchen nur einen Bademantel und ein paar Badeschuhe … alles andere, was wir brauchen, habe ich!“ Damit habe ich sie überrumpelt. Nein, einen Bademantel habe sie nicht, leider. „Aber ich! Er muss nur etwas gekürzt werden!“ Sie müsse für die Tochter noch kochen und überhaupt … noch nie hätte ein Mann sie ganz nackt gesehen, auch nicht ihr Ex-Mann, der Vater ihrer Kinder. Nein, das ginge überhaupt nicht, und wenn wir zurückkämen, würde ich ja wissen, wie sie nackt aussähe. „Und du, wie ich nackt aussehe!“, kontere ich.

Ich stelle den Besen gegen die Hecke, nehme ihre auf dem Boden stehende Tüte in die eine Hand und ihre Hand in die andere. „Komm, wir holen den Bademantel. Du kannst ihn oben im Arbeitszimmer meiner Frau kürzen. Da steht eine Nähmaschine!“ Sie steht im Flur: „Ich warte hier, ich habe eine eigene Maschine, ich kürze ihn bei mir!“ Ich bringe ihr den Mantel nach unten. Ein schüchtern verlegenes Lächeln empfängt mich. Es wäre jetzt 12 Uhr, meint sie, ob 14 Uhr okay sei? Sie müsse auch in der Wohnung noch etwas sauber machen, und ihre Frisur sähe schlimm aus. Sie fasst sich in ihre Haare … „und der Mantel ist auch noch zu ändern!“

Ihr Gesicht hat inzwischen diesen undefinierbaren Ausdruck angenommen, den Frauen bekommen, oder auflegen, wenn sie sich auf geheime Mission begeben. Sie tarnen sich damit, wenn sie sich nicht festlegen wollen - wenn sie noch nicht wissen ob sie sich für Fisch oder Fleisch entscheiden. Im Umdrehen stockt sie plötzlich. „Du bist Frank, oder?“ Ich bejahe. „Ich bin Ipek, weißt du was das bedeutet?“ - „Entweder bedeutet Ipek Stern und Yildiz Seide oder umgekehrt!“ Ein liebes Lächeln verzaubert ihr Gesicht – „Seide, es bedeutet Seide!“ Ohne sich weiter umzusehen verschwindet sie.


Meine restliche Arbeit geht wie geschmiert von der Hand. Einerseits bin ich irgendwie stolz, sie ‚rumgekriegt‘ zu haben, anderseits ist da auch Bammel dabei, ob alles gut geht. Da stehen noch einige Fragen im Raum: „Kannst du eine Frau überhaupt noch ‚vögeln‘? Du hast doch Probleme mit deinem Schwanz! Letztens, beim Sommerfest, hat ihn die Ulla auch nicht hoch bekommen!“ Alles in mir krampft sich zusammen.

Schlag zwei Uhr steht sie neben meinem Auto, und eine halbe Stunde später stehen wir beide in der Anmeldung. Auf der Fahrt hatten wir noch ein kleines Positionskämpfchen  auszufechten.
Ipek:     „Ich bezahle selber!“
Frank:    „Ich habe dich eingeladen - ohne Verpflichtung.“
Ipek:    „Trotzdem! Ich bezahle selber.“
Frank:    „Bevor ich mich mit dir streite … es ist ein Angebot! Du kannst darauf zurückkommen – wann auch immer!“
Ipek:    „Abgemacht?“
Frank:    „Abgemacht!“   
Ipek:    „Was kostet es?“
Frank:    „Vierzehn Euro fünfzig!“
Ipek:    „Schwindler! Mit Essensbon fünfundzwanzig Euro!“, und mit einem schelmischem Grinsen: „Ich habe schnell im Internet geguckt.“
Frank:    „Abgemacht, jeder bezahlt selber!“
Ipek:    „Ja-h!“, haucht sie aus tiefster Brust.

In letzter Zeit war ich hier öfters Gast, meistens mit Freunden, aber auch ein paar Mal allein. Bei der Anmeldung kennt man mich und entsprechend ist der Empfang. Chipschlüssel … und die erste Bewährung für Ipek. Gemeinsame Garderobe! Ich lotse sie in eine hintere Ecke. „Bleib hier stehen! Ich zieh mich zuerst aus. Dann du – okay!“, übernehme ich die Führung. „Schau mich an! Ja, alles!“ Zwei Minuten später stehe ich im Adamskostüm vor ihr und hole ohne Hast meinen Bademantel aus der Tasche. Ipek will immer weggucken, und jedes Mal hole ich ihre Blicke zurück. In den Bademantel gehüllt, stelle ich mich vor Ipek hin, schirme sie etwas ab. Langsam, zögerlich beginnt sie sich auszuziehen. Mit dem Rücken zu mir,  zuerst den Pullover und das Hemdchen. Sie lässt den BH noch an, öffnet ihre Hose … schaut ob ich schaue - was ich natürlich tue, wofür ich einen strengen Blick ernte. Ich fasse sie links und rechts an ihrer Hüfte: „Wenn du einen Striptease hinlegst, werde ich scharf und das wollen wir doch nicht!“ Ich schiebe ihr Hose und Slip in einem Rutsch runter – fasse ihren rechten Fuß und das Söckchen geht gleich mit – links ebenso! Im Aufrichten lege ich ihre Hosen auf die Bank und öffne mit der nächsten Bewegung ihren BH, schiebe ihn über die Schultern, um sie gleichzeitig an den Schultern zu mir zu drehen. Meine Hände gleiten an den Armen entlang, fassen ihre Hände und ich betrachte ihren Körper … nur ganz kurz, aber was ich sehe … gefällt mir.

„Ipek, guck mich an! Guck mir in die Augen. Bitte, Ipek, bitte!“ Langsam hebt sie ihre Augen und schaut mich mit einem gequälten Blick an. „Ipek … du hast einen schönen Körper, so schön wie deine Augen!“ Ich ziehe ihren Bademantel aus der Tüte und bekomme staunende Augen. Was sie in den paar Minuten aus dem alten Bademantel gezaubert hat! Die zu langen Ärmel hat sie als Manschette nur umgeschlagen und mit Klettband befestigt, so dass man sie immer wieder lang tragen kann. Der Clou aber ist … sie hat den Umschlag mit roter Seide gefüttert. Ebenso den Kragen und die Innenseite von der Kapuze, die jedoch in hellrot. Als ich ihr in den Mantel helfe, sehe ich, dass auch der untere Saum mit Seide verbrämt ist - dunkelrot. Einer aufkommenden Wallung nachgebend, umarme ich sie von hinten, drücke ihr einen schnellen Kuss in die Halsbeuge und beiße sie sanft ins Ohr. „Ipek, du erstaunst mich … einfach toll! Mit so einer sexy-sinnlichen Frau bin ich heute unterwegs.“

„Nein, nicht Umgucken, sofort duschen und in die erste Sauna!“ Das ist ihr Wunsch. Ich dirigiere sie in die Solesauna – nicht zu warm, mit plätschernder Felswand und wechselndem Licht. Es ist ein kleiner Raum, so dass wir auf Armlänge über Eck sitzen können. Ipek versucht krampfhaft den Blick auf mich zu vermeiden. Ich hingegen will nicht weggucken, denn es lohnt sich sie anzusehen. Das Schönste an ihr … die zwei festen Brüste mit steifen Warzen, umgeben von schönen, dunklen Höfen. Gleich danach folgt der herrliche, schwarzlockige Busch. Ihre makellos weiße Haut unterstreicht den Kontrast. Ein Körper, den noch nie ein Sonnenstrahl berührt hat. Wunderbar - ihr kleines Bäuchlein hat kaum Streifen, ein flaches Schambein, und fast noch besser, die üppigen Oberschenkel, die den Zugang zum Heiligtum abschirmen.

„Fühlst du dich unwohl?“ Ein kurzes Nicken. „Kann ich dir helfen?“ Kopfschütteln. „Sollen wir gehen?“ Wieder ein kurzes Kopfschütteln. Ich lege meine linke offene Hand mit dem Handrücken auf ihr rechtes Knie. Sie versteht die Geste und legt ihre rechte Hand in meine. Ich ziehe ihre Hand langsam zu meinem Gesicht und lege ihren Handteller an meine Wange … drehe mein Gesicht und küsse die Handinnenfläche.

Ihre Augen warten – dunkel, fragend, das Gesicht gespannt, der Körper mir leicht zugeneigt – was weiter passiert. Es passiert aber nichts weiter. Doch … sie schaut mir jetzt ins Gesicht und nimmt auch meinen Körper wahr. Sie schaut mich an, wenn ich spreche. In dieser geschützten Atmosphäre, in der wir uns beide nackt präsentieren und doch verbergen, beginnen wir aus unseren Leben zu erzählen – nur kurz, um unsere Wünsche und Ziele zu begründen. „Ich fühle mich allein durch deine Anwesenheit beschenkt, du bescherst mir einen schönen Tag.“ Sie fühlt sich nach langer Zeit als Frau wahrgenommen, nicht nur als Mutter und Versorgerin, oder als Geschiedene, die für viele Männer nur Freiwild ist.

Die Tür öffnet sich, und wir nehmen das zum Anlass zu gehen, zu duschen und im Ruheraum zwei Liegen zusammenzuschieben … zu entspannen. Ich weiß nur, dass ich etwas Schönes geträumt habe, und als ich erwache, ist ihre Liege leer. Träges Räkeln um Geist und Kreislauf zu animieren, als ich einen leichten Windhauch bemerke und ein Schatten am Kopfende auftaucht. Sie legt ihre Hände auf meine Schultern - ihr Gesicht taucht in mein Blickfeld. Ihre Nasenspitze reibt sich an meiner. „Komm Schlafmütze. In fünf Minuten ist der Kräuteraufguss in der großen Sauna!“

Da sitzen wir mit ca. dreißig Leuten, und der ‚Meister Uwe‘ beginnt für die nächste halbe Stunde mit dem Aufguss. Es wird da immer erzählt, lustige Geschichten, Anekdoten. Jeder wird der Reihe nach aufgefordert, etwas zur Unterhaltung beizutragen. Man lacht, und einer stimmt sogar ein Lied an, das jedoch schnell erstirbt. Uwe sieht mich mit Ipek zusammen und reicht Ipek die Kelle. „Wer die Kelle hat, hat das Wort!“ Uwe kennt mich, der ich schon oft Kelle und Wort hatte und immer eine Geschichte oder Anekdote beisteuerte.

„Du bist heute zum ersten Mal hier … Frank kennen wir, dich, ‚schöne Frau‘ noch nicht!“ Ipek wirkt verlegen, nicht gewohnt im Mittelpunkt zu stehen, noch dazu umgeben von nackten Menschen, Menschen, die sie jetzt auch bewusst ansehen, Männer, die ihren schönen, reifen, voll erblühten Körper wahrnehmen, Gesichter, die sie mit Interessen betrachten. Ich nehme Uwe die Kelle ab. Diese Spielchen kenne ich von ihm. Mit der anderen Hand ziehe ich Ipek mit hoch und drücke ihr die zweite Kelle in die Hand. „Mach es einfach wie ich es mache!“, raune ich ihr zu.

Ich beginne zu fabulieren. Ipek ist die große Unbekannte aus einem fernen Land … ihr Name ist … Ipek, ein Name, der eigentlich schon Programm ist. Ich gebe preis, dass sie Mode entwirft – und zu mir gehört. Schon kommen erste Fragen … „Erzähl,
Ipek, woher kommst du?“ - „Türkei!“ - „Wie schön, dann bin ich nicht die einzige Türkin!“ Eine etwas mollige Endvierzigerin springt auf … „Woher kommst du?“ Und Ipek beginnt zu erzählen, antwortet auf Fragen, Ipek schwitzt. Ihre Augen sprühen Dynamik, ihre Stimme ist tragend, für alle zu verstehen. Man merkt, dass sie gewohnt ist das Regiment zu führen. Fast widerwillig gibt sie Uwe nach einer guten viertel Stunde die Kelle zurück, der jetzt doch eine Pause einlegen will.

Dann stehen wir draußen bei ca. 6°C, nackt, mitten in einer Gruppe von Frauen und Männern. Ipek muss weitererzählen. „Was entwirfst du?“ Hauptsächlich Hochzeitskleider, Abendkleider, eben Festtagskleider würde sie schneidern. Jetzt - seit zwei Jahre eben - gemeinsam mit ihrer Tochter, die Textilingenieurin ist und besonders Design studiert habe.

Wir gehen wieder hinein. Ich setze mich auf die obere Bank. Ipek wechselt auf die mittlere, direkt vor mir legt sie ihr Handtuch aus und setzt sich so, dass meine Zehenspitzen ihre Pobacken berühren. Mit einem keck lachenden Blick zu mir rutscht sie noch etwas nach hinten, als ich mich entziehe! Sie lehnt sich an meine Beine, drückt mit dem Rücken gegen meine Knie, um sich mit den Schultern dazwischen zu drängen.

Oh Gott, was ist in Ipek gefahren? Der verstärkte Druck, das ungeduldige Ruckeln der Schulter … „Sie will Einlass!“ … und als ich die Beine öffne, rutscht sie ganz durch und lehnt ihren Kopf an meinen Schoß. Den triumphierenden Blick, der schräg aus den Augenwinkeln zu mir hochblitzt, kann ich nicht deuten. Dazu habe ich auch keine Zeit. Soviel weiches, weibliches, sich an mich schmiegendes Fleisch, erzeugt auch im abgehärtetesten Mann sichtbare Regungen. „Luder!“, flüstere ich ihr ins Ohr. „Schau, da drüben!“, wispert sie zurück, und erst jetzt sehe ich, dass die ‚auch Türkin‘ und noch ein weiteres Paar in einer ähnlichen Position sitzen … Na dann!

Wir schwitzen gnadenlos, lachen viel. Wildfremde Menschen im menschlichsten Anzug erzählen, stellen Fragen, geben Antworten … begründen und verbreiten eine so positive Stimmung, dass sich mein potentielles Problem von selber löst. „Komm, schnell Schweiß abduschen und in das Tauchbecken“ Ich führe Ipek bis zum Rand vom Tauchbecken. Plötzlich klammert sie sich an meinen Arm: „Ich kann nicht schwimmen!“

Ups!

Mit einem Hüpfer bin ich im Becken, strecke ihr die Arme entgegen: „Komm!“ Man kann in ihrem Gesicht alle Emotionen deutlich ablesen. Das Wasser geht mir bis zur Brust. Ich schaue hoch, sehe ihre Knie – Oberschenkel – den dichten Busch – das Bäuchlein und, keck, ihre Brüste mit den steifen Nippeln. Sanft streichle ich ihr die Waden. „Stütz dich an mir ab und komm!“  Sie kommt in die Hocke. Im Fallen umarmt sie meinen Kopf, um mich im nächsten Augenblick auch mit den Beinen zu umklammern. Langsam entspannt sich Ipek und beim Absetzen fühle ich, wie mein ganz und gar nicht mehr entspannter Kleiner von Ipeks Busch gekitzelt wird und sacht an ihre Grotte pocht. Vor Schreck darüber stellt sie sich mit geschlossenen Beinen vor mich hin. Doch der Schreck in ihrem Gesicht weicht rasch einem staunenden Lächeln, einem Schmunzeln.

Fünf Minuten später schwebt sie flach auf den Rücken im Wasser – allein. In der Dämmerung wandern wir durch die Anlage und setzen uns ins „LaaVu“ eine Art offene Hütte mit Feuerstelle und „Prüttkoffie“, der auch – reimportiert - als Westernkaffee bekannt ist. Ich organisiere ein paar Decken, und als ich zurück komme ist Ipek von drei Frauen umringt und in Beschlag genommen. Ich versorge die vier Damen mit Kaffee und setze mich zu den verlassenen Männern. Zwei der Männer kenne ich von früheren Besuchen, aber nur vom Sehen, und der vierte ist heute zum ersten Mal hier. Das Wissen, dass es unseren Frauen gut geht, dass sie im Moment ihre Seelen baumeln lassen können, macht uns Männer gelassen und entspannt. Wir werden nachher belohnt … sehr viel nachher … Stunden – Tage … Nachher eben.

Eine Hand legt sich auf meine Schulter, drückt sanft, gefolgt von einem kleinen Klaps. Diese Gesten von einem der beiden Männer, und auch das anerkennende Nicken von anderen, sind für mich auf einmal sehr emotional … ich muss schlucken und durchatmen.

Mit einem energischen „So kommt doch mal rüber!“ und entsprechendem Armeinsatz werden wir Männer aufgefordert, den Damen Gesellschaft zu leisten. „Hört mal! Sie …“ und die Wortführerin deutet auf Ipek, „passt mit ihren Sachen wunderbar in die Lücke, die Christas Weggang verursacht hat!“ Ipek fühlt sich unwohl. So gut kenne ich sie inzwischen. Sie sieht mich an. Ihr Blick ist Hilfe-suchend, eine Denkpause einfordernd. Mein Blick, meine Haltung hilft, verleiht ihr Flügel. „Das glaube ich nicht! Ich arbeite sehr unkonventionell, vermische Tradition mit neuer Mode. Das mögen nicht alle Leute. Außerdem ist es meine Tochter, die die neuen Ideen bringt, nicht ich.“ Und nach einer Pause: „Ich arbeite nur nebenher - für M. … und darf eigentlich nicht.“

Der Ruf, dass die nächste Aufguss-Session in zehn Minuten startet, löst die Runde auf. Ipeks Blick signalisiert: „Hilfe! – Auszeit!“ Auch die Wortführerin merkt, dass Ipek unter Druck steht und kommt drei Schritte zurück. „Ipek… ist das dein Vorname?“ Ipek nickt. „Mein Name ist Ingrid. - Ipek, wir werden nichts tun, was dir unangenehm ist. Ich mag Menschen wie dich, die wissen, was sie können und es nicht beweisen müssen. In diesem Fall bin ich halt schon mal schneller, als mein Umfeld!“ Ingrid umarmt Ipek kurz. „Bis später!“ Weg ist sie, und lässt eine noch verwirrtere Ipek zurück.

Ihre beiden Hände, die meine Hand umfassen, signalisieren: „Brauche Hilfe – Schutz!“ - „Setzen wir uns da oben hin?“, fragt sie mit einem Blick in die Ecke. Ich ziehe meine Hand aus der Umklammerung. „Kuscheln!“ Ipek springt Gemsen-gleich hoch, zwei Decken unter dem Arm und richtet unser erstes Nestchen. Ich bringe zwei weitere Decken mit, und Minuten später hat Ipek meine linke Hand mit ihren beiden Händen umspannt im ihrem Schoß liegen.

Ipek:    „Frank … hast du schon viele …“
Frank: „Was?“
Ipek:    „Nichts!“
Frank: „Hat dich der Mut verlassen? Spuck es aus!“
Ipek:    „Nein.“
Sie zieht die Schultern nach vorn, igelt sich ein.
Frank: „Wolltest du fragen, ob ich mit vielen Frauen geschlafen habe?“
Ipek:    „Hm!“
Frank: „Ich habe viel mit Frauen geschlafen, aber nicht mit vielen Frauen!“
Stille. Konzentriertes Nachdenken.
Sie löst ihre Hände, legt meine Handfläche auf ihren Bauch, nur getrennt durch den Bademantel.
Ipek:    „Wie viele hast du gehabt? Eine Handvoll, zwei Handvoll?“
Sie zieht eine Hand unter der Decke hervor.
Ipek:    „Drei Handvoll – vier Handvoll?“
Mit beiden Händen zeigt sie mit gespreizten Finger zwanzig an.
Frank: „Nein, soviel nicht… keine zwei Hand voll! - Warum ist das wichtig?“
Ipek:    „Die Frauen haben Blicke für dich … Ich kenne diese Blicke … Bei Männern sagen wir: ‚Sie haben Hunger auf Fleisch.“
Frank: „Und hat Ipek auch so einen Blick?“, necke ich direkt.
Sie merkt die Pointe und reagiert sehr diplomatisch: „Ich brauche diesen Blick nicht, ich habe jetzt Fleisch … wenn ich es möchte!“ Sie kneift mich in die Rippen.

Diese direkte Antwort auf die noch nicht gestellte Frage, bewirkt in mir eine mächtige Euphorie. Unsere Position ist halb sitzend, halb liegend. Ich ziehe meine Hand von ihrem Bauch weg und lege meinen Arm um ihre Schulter, küsse sie auf den Scheitel. „Mit dir wird das Leben bestimmt nicht langweilig! Du hast Pfeffer im Po!“ Sie lacht laut auf: „Kirmizi Biber!“ Dunkle, unergründliche Augen fixieren mich. „Das hat mein Vater mir auch immer gesagt!“ Nach einer kleinen Pause: „Und als ich meinen Mann wegschickte, hat mein Vater mir einen kleinen Strauch ‚Kirmizi Biber‘, roter Pfeffer, geschenkt!“

Sie rutscht einfach tiefer in die liegende Lage, zieht mit einer Hand die Kapuze über den Kopf – dreht sich zu mir hin – kuschelt sich an mich und schiebt ein Bein auf meines … Sie zieht den störenden Bademantel beiseite, und ich fühle ein nacktes Ipekbein auf meinem Oberschenkel und eine Ipekhand, die ihn in ihren Schritt zieht. Ich fühle mein Knie an ihrer Kleinen!

„Frank,…“, wispert sie zwischen Decken und Bademantel, „Ich habe dich schon einmal nackt gesehen!“ Ihre Hand wandert Richtung Schritt. „Ich habe auch schon gesehen, wie du es dir gemacht hast! Nur einmal! Ich weiß, wie groß er ist!“ Ich bin plötzlich wie gelähmt – unfähig ihr zu sagen, was ich fühle, was ich möchte, was ich empfinde. Auch sie hat eine Sicherung und stoppt kurz vor der Berührung.

„Frank, ich habe nicht viel Erfahrung mit Männern. Du bist mein dritter Mann.“ Ich fühle, dass sie noch mehr erzählen möchte, dass ihr Herz voll ist, sie sich mitteilen möchte – und erwartet, dass ich mich jetzt auch öffne, ihr über mich erzähle – das Gleichgewicht wieder herstelle. Wie du mir, so ich dir! Also erzähle ich ihr von meiner wilden, hedonistischen Zeit als junger Mensch. Von meiner Zeit bei der Armee und wie sich mein Leben wandelte, als ich meine Frau kennen- und lieben lernte. Wie sie einen mäßigenden Einfluss auf mich ausübte, wie schließlich ein kleines Lebewesen … meine Tochter und später mein Sohn, mich zu dem machten, was ich heute bin.
 
Ipek ist gnadenlos. Gnadenlos direkt und ehrlich. „Im Sommer hast du eine Freundin gehabt!“, wispert sie erneut aus den Decken. „Mit roten Haaren und großem Popo und viel Brust!“  Es fühlt sich an, als ob Ipek sich tiefer und tiefer in die Decken einigelt. Ich sehe nur noch eine Haarsträhne von ihr und einen Spalt zwischen den Decken als Luft- und Sprechloch! „Du hattest die Sträucher so tief geschnitten, ich konnte von der Küche aus dir direkt in den Wintergarten gucken!“ Sie zieht mein Bein fester in ihren Schritt. „Sie lag auf dem Tisch, und du mit dem Kopf zwischen ihren Beinen … und sie hat gezappelt!“

Diese Eröffnung schockiert mich. Sie hat beobachtet, wie Ulla und ich zugange waren - wie ich keinen hoch bekam. Nicht unbedingt das richtige Bild zum Verführen einer Frau. Ipeks Körper wiegt sich rhythmisch im Takt, so, als wolle sie Anlauf nehmen … sich Mut anschwingen, um mir weitere ‚Nettigkeiten‘ zu erzählen. „Und weiter, was hast du noch gesehen?“, ermuntere ich sie und ziehe sie fester an mich. „Oh, vorher hat sie bei dir gelutscht. Du hattest die Beine um sie gelegt und ihre Haare gestreichelt!“ Nach ausgiebigem Atem holen kommt: „Und dann habt ihr gepoppt!“ Zwei weitere Atemzüge später: „Jetzt im Herbst sind die Sträucher gewachsen und ich kann nichts mehr sehen!“ - „Schade?“ knurre ich, irgendwie erwischt und doch nicht g’schamig. Wer hinguckt ist selber schuld!“ Das ist meine Devise.

Ich ziehe ihr die Kapuze von Kopf. Sie vergräbt gleichzeitig ihr Gesicht tiefer in die Decken, schämt sich vermutlich und will jetzt nicht gucken. Langsam aber stetig und mit Kraft drehe ich ihren rot anlaufenden Kopf in meine Richtung. „Das tut weh!“, fiept sie. „Nicht dagegen sperren, dann tut es nicht weh!“, lache ich und als sie mir blinzelnd ins Gesicht sieht: „Das alles erwartet dich, wenn du nachher bei mir bleibst. Inzwischen bin ich nämlich spitz auf dich!“

Wieder verzaubert ein spitzbübisches Lächeln ihr Gesicht. „Auch lecken? Du - mich lecken? Das hat noch kein Mann gemacht.“ Und auf mein Erstaunen – „Frau schon!“ Ich greife einfach ihre Hand und ziehe sie in meinen Schritt: „Fühl, was dein Reden angerichtet hat!“ Ihre Hand liegt auf meinem harten Ständer. Mein Gott, ist das schön, wieder eine Frauenhand am Schwanz! Alles in mir ist gespannt, verspannt – unter Druck, dem Gespenst Versagen ausgeliefert. War bei Ulla auch so, bis zum Moment, als er in sie sollte. Dann war es, als ob der Stöpsel gezogen würde … Einfach aus! Ende!

Wir hören, dass der Aufgussgang zu Ende ist und die Teilnehmer sich verteilen. Meine Frage „Hunger?“ wird mit einem kecken Nicken bestätigt, und als wir ins Restaurant kommen, winken uns Ingrid und ihr Mann an ihrem Tisch: „Setzt euch zu uns!“ Ingrid springt auf und schnappt sich Ipek. „Habe mit ihr schnell noch etwas zu klären!“ Beide drehen noch eine kleine Runde durch den Park. „Das ist meine Frau! So ist sie! Es hat ihr keine Ruhe gelassen. Apropos, ich bin Rolf! Das du der Frank bist, wissen wir seit dem Vortrag in der Sauna.“

Der Abend und in die Nacht hinein verbringen wir zu viert – auch noch den letzten Saunagang, der Dampfsauna mit Salz-Kokosöl Peeling. Die Frauen haben nicht nur die typisch emotional-weiblichen Austauschreflexe zu bewältigen, nein, sie sind auch noch fachspezifisch gleichgeschaltet. Wir sitzen zu viert im Dampfnebel als ‚Meister Uwe‘ uns eine Schale mit Salz-Kokosöl reinreicht. Ingrid stellt sich hin, nimmt die Arme über den Kopf und sieht Rolf auffordernd an. Rolf, der sich zögernd nach uns-mir umsieht, nimmt eine Handvoll und beginnt Ingrids Rücken einzureiben.

Schwups - steht Ipek mit Rückenansicht vor mir. Ich folge einfach Rolfs Handlungen einen Handschlag später. Ein Bild für die Götter, wie wir zwei den Rücken und die Pobacken unserer Frauen hingebungsvoll massieren. „Die sind nachher so glatt und weich und duften so frisch, wie die von unserer Enkelin - jetzt neun Monate!“, lacht Rolf. Die Vorderseite wird genau so intensiv bearbeitet: Gesicht, Hals, Brüste, Bauch, Venushügel und die Beine. Wir knien vor unseren Frauen. Rolfs und meine Blicke treffen sich. Mein, sein, unser schalkhaftes Grinsen setzen wir bei der Beinmassage direkt um - und mit dem Handrücken wird das Pfläumchen einbezogen. Das zufällig erhaschte verstehende Grinsen der beiden Frauen löst den letzten Zweifel auf.

„So, jetzt seid ihr an der Reihe!“ Ja, sie hat kräftige Hände und an mir ist kein Fitzelchen tote Haut mehr. Nur als Ingrid dann Rolfs Penis in die Hand nimmt und sanft einreibt, massierte, stockt Ipek kurz. Ich streiche ihr durchs Haar und raune ihr ins Ohr: „Mach einfach weiter!“ Sauna, Hitze, und das andere Pärchen blocken jegliche Schwellambitionen.  Die anschließenden zehn Minuten sind wir uns schon sehr nahe, fast intim, denn auch Ingrid und Rolf zeigen, dass der Abend für sie noch nicht zu Ende ist.

Als wir vom Parkplatz rollen, ist Ipek immer noch still … nachdenklich … nach Worten suchend, wie „frau“ mir das weitere Geschehen nahe bringen könnte. „Nächsten Samstag ist ‚lange Saunanacht‘“ eröffne ich den Reigen, „und morgen Abend ist Anfängerschwimmen bei mir im Verein!“ Stille. Sie bekommt große Augen. „Wenn du schwimmen kannst, können wir am Samstag im großen Becken nackt schwimmen.
Stille und noch größere Augen.

„Rolf und Ingrid sind auch da.“

„Nurdan auch, und ich soll Sachen mitnehmen, und Nurdan hat bald eine Hochzeit und braucht ein Kleid, und Ingrid hat bald eine Ausstellung, und ich soll Kleider zeigen und Inci soll auch Entwürfe zeigen, und … wie stellen die sich das vor und überhaupt … die sind verrückt, und das kann ich nicht alles schaffen und ausgerechnet jetzt, wo ich auch noch ‚dich‘ habe.“ Ohne Komma, Punkt und Strich bricht es aus Ipek heraus.

„Ist das so schlimm?“ Ich kann nicht an mich halten, ich muss sie necken.
„Was? Ja! – Was?“ Irritiert funkelte sie mich von Beifahrersitz an.
„Mich zu haben!“
Irgendwie habe ich das Gefühl nun doch etwas überzogen zu haben. Sie hängt nur noch wie ein ‚Schluck Wasser in der Kurve‘ in ihrem Sitz … sieht geradeaus aus dem Fenster. Nach ‚Hm‘ Minuten … „Bitte anhalten, bitte stoppen!“ Kaum stehen wir: „Wenn wir nach Hause kommen … vor deinem Haus ankommen, aussteigen … Was hast du dir da vorgestellt - gedacht?“

„Dass wir nicht sitzen bleiben, dass wir aussteigen.“ Diese Frau¬ Kirmizi Biber‘ - ist einfach herrlich, bemüht sachlich zu bleiben. „Logisch, und dann?“
„Du nimmst deine kleine Tasche, und ich nehme die beiden großen Taschen!“
„Und dann?“ Sie ist jetzt genervt.
„… schließe ich das Auto ab …“

Dann platzt Ipek!
„Und ich gehe zu mir und du zu dir, und für dich ist alles okay! Und du hast einen schönen Abend gehabt und meine Gefühle interessieren nicht!?“
Wie vorher, ohne Punkt und …!
Erschrocken starrt sie mich an.
„… gebe ich dir die Hausschlüssel, damit du mit der freien Hand die Haustür aufschließen kannst!“

Ich löse gleichzeitig meinen und ihren Sicherheitsgurt.
Beim Anziehen habe ich gesehen, dass sie kein Höschen angezogen und auch den BH weglassen hat. Jetzt werden wir sehen, wie das weitergeht! Ich rolle mich halb über ihren Sitz, schiebe ihren Pullover hoch, so dass ihre Brüste herausfloppen. Den Kipphebel für ihre Lehne ziehen, das Vergraben meines Gesichtes zwischen ihren Wonnekugeln, das Öffnen der Hose und Herunterziehen sind fließend überlagernde Bewegungen. Das Eintauchen meines Gesichtes in ihrem Busch, meine Nase zwischen ihren Schenkeln, der zärtliche Biss in die weiche Speckfalte über dem Schambein sind rudimentäre Fortsetzungen des „Brüstchen-Fressens“.

Ipek quiekt wie ein aufgescheuchtes Schweinchen. Sie zieht an meinen Haaren, und presst meinen Kopf in ihren Schoß. Eine halbe Minute, mehr ist es nicht, bis ich mich wieder hinsetze, den Gurt wieder einklinke, das Auto starte und weiterfahre. „Das erwartet dich, wenn du mein Haustür von innen zumachst.“ Sie macht keine Anstalten Hose und Pullover herzurichten, sie bleibt einfach auf dem gekippten Sitz liegen, muss sich wohl erst von diesem Überfall erholen.

„Abgemacht?“ Sie blinzelt zu mir rüber.
„Abgemacht!“
„Wenn ich dich frage, das noch einmal zu machen?“ Ihre Stimme ist so ganz anders … nicht fordernd, nicht bittend oder bettelnd, einfach konstatierend, als ob es normal sei, im Wald im Auto von einem Mann den Body bloßgelegt zu bekommen und begrabscht zu werden. In den nächsten Waldweg fahre ich ein Stück rein. Mit fokussierenden Katzenaugen verfolgt Ipek jede Bewegung. Gut, dass ich einen Van fahre. Nochmal dasselbe! Ihren Sitz nach vorne ziehen, die Lehne ganz flach legen und meinen Sitz halb zu ihr hindrehen sind nun schon bekannte Griffe.  Als ich mich über sie beuge, umschlingen mich zwei starke Armen und viele kleine Küsschen bedecken mein Gesicht, meinen Hals, meine Brust … ich fühle kleine Bisse, erregende Bisse.

Wir sind schon mitten in einem heißen Vorspiel.  Meine Hand wandert in ihren Schritt. Endlich ihre Kleine fühlen, ihre Auster kitzeln … da werde gestoppt! Katzengleich schlüpft sie in dieser Enge unter mir weg, zieht mich hoch, und fließend gleitet mein Hemd über den Kopf. „Hilf mir!“, flüstert sie beim Versuch meine Hose zu öffnen. Auch sie weiß, dass ich keine Unterwäsche trage. Ipek will einen Autostunt. Himmel, ich finde das ebenso heiß und erregend, und der seit heute Mittag provozierte Samenstau nähert sich beträchtlich der kritischen Marke.

„Machen wir Petting!“, wispert es an meinem Ohr, „nicht poppen nur heiß spielen!“ ist Ipeks Ansage. Ich brauche nicht zu Fragen, die Antwort kommt von selbst. „Meine Töchter haben es oft gemacht, mit ihren Freunden, vor der Ehe. Ich habe einfach auch den Wunsch es zu probieren!“ und nach einer kleinen Schmuseattacke lacht sie: „Ich mache es jetzt halt nach der Ehe.“

Und typisch weiblich … als Entschuldigung für ihre Verruchtheit muss ich herhalten. „Schließlich hast du vorhin mit deinem Überfall diesen Wunsch geweckt. Du bist schuld, wenn ich so bin!“ Die zärtlich durch mein Haar und über meinen Körper streichelnden Hände, die sanfte wispernde Stimme und das im Restlicht der Armaturenbeleuchtung erkennbare Lächeln vermitteln etwas anderes. Genüsslich legt sie sich wieder hin und zieht mich über sich, hält mich fest, lässt mich nicht nach ihrer Auster tauchen. Sie will schmusen, einfach trivial schmusen und hält meine Ohren wie einen Lenker, steuert meine Küsschen, Küsse, Lippenkneifen, Züngeln, in ihre Ohren, Augen, Mund, Hals, Busen, Brüste, Bauchnabel … Ende.
Ab hier… ‚Verbotenes Terrain‘ .

“Bevor ich nach Hause fahre habe ich diese Auster geschlürft!“, knurrt mein Ego unter dem Brustbein. Das Abstreifen der Hände von meinen heißgekneteten Ohren geht problemlos. Ipek hochziehen – sie unterstützt mich dabei! Ihre Hände um meinen Pint und die Murmelsäckchen legen, wird mechanisch befolgt. Doch dann verfällt Ipek in eine Starre – sie ist überfordert.

„Er ist so empfindlich wie deine ‚Mumu‘, und die Murmeln sind das Empfindlichste, was ein Mann hat!“, wispere ich in ihr Ohr. „Streichle ihn, kraule die Murmeln wie die Köpfchen deiner neugeborenen Töchter!“ Fühlst du das kleine Bändchen… unten an der Eichel … bring es wie eine Gitarrensaite zum Schwingen. Die zarte, weiche Haut am Schaft, die du so andächtig liebevoll mit Kokosöl behandelt hast, schiebe sie langsam und sanft über den Pint. Meine Murmeln … spiele mit ihnen, als wären sie zerbrechliche Wachteleier, lass sie durch die Finger gleiten wie die Kugeln einer Mala … einer Tasbih!“

In mir steigt eine Glückseligkeit hoch, ein Rausch des Schwebens - ein Bedauern nicht ganz Pint und Sack zu sein. Endlich wieder eine Frau die mich anfasst. Wie habe ich das in den letzten Jahren vermisst. „Ipek, warum hast du nur zwei Hände, warum nicht vier, sechs Hände?“ Als ich die Augen öffne, sehen sie in Ipeks starre, weit offene Augen auf mich gerichtet, ihr Gesicht in höchster Konzentration gespannt.
Unsere beiden, weit geöffneten Schöße sind keine Elle voneinander entfernt. Ich höre mich schnurren, knurren, fiepen, winseln und Ipeks hechelndes Atmen.

Meine linke Hand taucht ab zu Ipeks Auster … Muschel, Pflaume, Mumu. Die zweite Hand hat in dieser Enge keinen Platz. Ich lege sie in ihren Nacken, um uns Halt zu geben. Mit zwei Fingern streichle ich nun über ihre Schamhaare, gleite tiefer, berühre ihre Labien. Ich spüre die Feuchte, die Wärme. Ihr Gesicht entspannt sich, die Berührungen zaubern ein Lächeln der Zustimmung auf ihr Gesicht. Ihre Labien sind geschwollen – erregt, fest. Sie sind geöffnet. Ich drehe die Hand. Mit Ring- und Zeigfinger fahre ich über die äußeren Lippen … der Mittelfinger gleitet durch die Furche … ein zweites, drittes, viertes Mal… die fast unmerkliche Kontraktion ihres Gewebes lässt ihn einen Hauch tiefer sinken … tiefer beim nächsten Mal, tiefer beim Übernächsten. Er versinkt in die Tiefe der Seligkeit.

Ipek genießt nur noch. Ihre Hände haben sich um meinen Arm geschlungen. Sie hat ihren Kopf in den Nacken und ihr Gewicht in meine Hand gelegt. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass Ipek die Kontrolle, den Überblick, das Kommando abgibt… empfangende Frau wird, sich ihrem Sinnesrausch ausliefert. Ausgestreckt liegt sie auf den Sitz, meiner Hand im Schritt Raum gebend – sich mir, meinen Küssen entgegengestreckt.  Ihr Schoß bockt fordernd gegen meine Hand. Ihre Hände wandern über meinen Körper, verweilen, übertragen ihr Regungen, ihre Emotionen.

Sie löst auch in mir Emotionen aus, und meine nächste Regung ist das Abtauchen zu ihrer Auster, ohne Halten, ohne Zögern, direkt - als Überfall. Ein Aufschrei ist die Reaktion, und das Zusammenkneifen der Schenkel. Ihr Schoß wölbt sich mir trotzdem entgegen.  Meine Nase tief in ihrer Auster, mein Mund auf ihrer Perle, ihre Schenkel über meine Ohren gepresst bin ich gefangen – sie stößt mir ihr Becken entgegen. „Nicht entgleiten lassen, festhalten! Festhalten!“, sirrt es in meinem Kopf und beide Hände pressen ihre Pobacken. Ein Finger ist mit einem Glied in ihren Ring … gleitet bei jedem Bocken tiefer.

Langsam wird die Luft knapp. Wie beim Langstreckentauchen rezirkuliere ich die Lungenfüllung. Schlürfe ihr Auster-Perle-Buschgemisch und werde trunken, betrunken von dieser Mischung. Fühle weit, weit weg ein Kneifen, Kratzen, Beißen. Erst als ich mich aus der Atemnot ihrer Umklammerung löse und meine Ohren wieder frei sind, höre ich auch ihr Keuchen, die spitzen Schreie, wenn ich mit der Zunge ihre Perle antippe, und fühle erst jetzt ihr Gesicht im meinem offenen Schritt vergraben.

Fast schwerfällig entknoten wir unsere Körper zwischen den Sitzen. Ihr Gesicht taucht vor mir auf … glasige Augen, geöffnete Lippen. Ich fasse mit einer Hand in ihre Haare und presse meine austernassen Lippen auf ihren offenen Mund und meine Zunge stößt wie eine Muräne hinein. Ich sauge mich fest. Sie schmeckt sich selber. Ob die das kennt? Ist mir egal. Wenn sie mit mir länger zusammen sein sollte, wird sie noch andere Dinge lernen. Doch dann merke ich, wie ihre Zunge frech in meinem Mund wildert.

„Bist du verrückt?“, ist das Erste, was sie keuchend herausstößt.
„Ja, Kirmizi Biber macht verrückt, ist eine Droge! DU bist eine Droge!“
„Ich wollte nicht, dass du mich leckst. Das hat noch kein Mann gemacht!“ Ihre Augen blitzen wieder. „Das …“  Sie will erneut ansetzten. „… können keine Männer gewesen sein!“, kontere ich sofort, „Außerdem stimmt es nicht – mehr. Der Erste hat dich soeben geleckt, deine Auster gefressen, deine Perle gelutscht, und du hast mir die Lippen abgeleckt, deinen eigenen Saft geschmeckt!“ Mit beiden Händen fasse ich in ihre Haare und ziehe sie gegen ihren Widerstand an mich. Ihre beiden Fäuste vor ihrer Brust gleiten einfach an meinem Brustkorb vorbei und sie umarmt mich.

„Was wirst du jetzt von mir denken, ich habe mich wie eine Hure benommen!“
Ups!
Hier also sitzt Ipeks Problem!

Wir sitzen noch eine halbe Stunde so nackt, verschmiert, zerzaust im Auto, und ich erzähle ihr, dass ich mit meiner Frau noch ganz andere Kopulationsvorspiele gemacht habe, so dass am Schluss der „finale Schuss ins Schößchen“ schon fast nicht mehr das Finale war. Besonders jetzt, wo ich älter bin und Qualität vor Quantität kommt. „Wir haben oft den Schuss für das nächste Vorspiel aufbewahrt.“

„Ipek, ein nicht abgeschossener Mann bleibt spitz, geil und wird dir auch nachher gleich wieder an der Wäsche fummeln!“ Ein wunderschönes Lächeln verzaubert ihr Gesicht, das ihr durch die warmzeichnende gelbe Armaturenbeleuchtung zusätzliche verstärkt, eine rührende Sanftheit gibt. „Alte Männer können eben nicht mehr so oft und müssen ihre jungen Frauen mit einer eigenen Technik bei Laune halten!“ Ipek wäre nicht Ipek wenn nicht die Pragmatik durchsickern würde.
„Du glaubst -  ich werde bleiben?“
„Du wirst bleiben!“
„Warum glaubst du, dass ich bleibe?“
Ganz leise und mit aller mir möglichen Zärtlichkeit in der Stimme flüstere ich:
„Du bist zu gerne eine - meine - Hure!“
Und nach einen kleinen Pause:
„Und ich bin viel zu gerne ein- dein - Hurenbock!“

Sonntagmorgen kurz vor acht Uhr.
Sturmklingeln an der Haustür. Mit einem Satz bin ich aus dem Bett und an der Gegensprechanlage. „Ja, bitte!“ Eine junge, fast schrille Frauenstimme, „Wissen Sie, wo meine Mutter ist?“ - „Augenblick, ich komme!“ Ipek schläft noch und hat nichts mitbekommen. Wie ein geölter Blitz schlüpfe ich in Hose und Hemd und rolle mehr als ich gehe die Treppe runter. Unten im Flur steht mit fragenden Augen eine jüngere Ausgabe von Ipek. Himmel, ist das Mädchen aufgeregt – nervös! Ich lege den Finger an den Mund, „Schhhhht, sie schläft noch!“ - „Was?“ geflüstert, mit hochgezogenen Augenbrauen, „Meine Mutter schläft mit dir? Das glaube ich nicht! Das gibt es nicht! … Nicht meine Mutter!“

„Wieso haben Sie dann bei mir geklingelt?“ Sie erzählt, dass ihre Mutter einen Zettel hinterließ, sie würde mit mir wegfahren und man solle nicht auf sie warten. „Wo sind Sie mit meiner Mutter hingefahren?“ Der Schalk piekst fürchterlich. „Ipek hat einfach das ausprobiert, was ihr die kleine Tochter vorgemacht hat und ihr nicht erzählen wollte, wie es war! Ihre Mutter ist eine mutige Frau und sehr lernfähig!“ Sie sieht die geöffneten Taschen mit den noch feuchten Handtüchern und Latschen und nimmt den feinen Geruch der Aufgüsse wahr, der aus den Saunatüchern entströmt. Ihr zwischen mir und den Taschen hin und her pendelnden Blick changiert von anfangs zornig, über ungläubig zu Verständnis, Akzeptanz – zu Freude. „Du bist mit ihr in die Sauna gegangen? Mit Wellness?“ Ich grinse nur und blinzle mit dem linken Auge. „Und dann mit ihr ins Bett?“, schießt sie neugierig schnell hinterher. „Bis dahin haben wir es nicht mehr geschafft!“

„Unsere Mutter!“, schnaubt sie, begleitet von einem lachenden Kopfschütteln. „Ich habe einen Vorschlag!“ schmunzle ich. Ein lächelndes Gesicht guckt mir in die Augen. „Inci, du bist doch Inci, die Perle?“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, fahre ich fort: „Du gehst jetzt zum Bäcker unten an der Ecke und holst Brötchen. Für deine Mutter zwei Sesambrötchen, für mich zwei Mohnbrötchen für dich … ‚hm‘ was immer du möchtest und noch fünf normale Brötchen! Um zehn Uhr gibt es Frühstück mit Ei – hier bei mir!“ Ein Blitz zuckt durch meinen Kopf! „Bei uns!“ Ein Blick auf die Uhr genügt. „In zwei Stunden?“ Mit dem Aussprechen sehe ich, wie das Verstehen in ihr hochsteigt.

Im Gehen schüttelt sie den Kopf und flüstert immer wieder: „Tss! Unsere Mutter!“


© S’Rüebli