Walz 4


Walz

Teil 5

 

„Unsere Frauen haben es auch gut mit uns!“

 


…und so geht es den ganzen Tag weiter. Waschen im Zuber. Frühstücken, Geschenke richtig ansehen, sich auf einen schönen Tag einrichten, sich in der Fensternische mit Kissen auf der Bank kuschelig einrichten, den Tee griffnahe platzieren, über den Tisch hinweg noch ein paar Küsschen einfordern, sich in die Schmöker vertiefen und der Tag darf seinen Lauf nehmen.

 

Er nimmt seinen Lauf. Die ersten Skiläufer fahren an der Hütte vorbei, und gegen Mittag ziehen die ersten Schneeschuhläufer vorbei. Weder Lidwine noch ich haben das Bedürfnis besonders aktiv zu sein. Zu ersten Mal genügt es uns anwesend zu sein, des anderen Geräusche zu hören, aus den Augenwinkeln seine Bewegungen zu sehen, seine Seufzer zu hören und zu interpretieren … Galt er nun dem Schmöker oder mir? Natürlich mir! Kein Schmöker kann so spannend und interessant sein wie ich!

 

Alles, was ich tun muss ist ein Holzscheit nachlegen, neuen Tee aufgießen, den gefüllten Bieber anschneiden, ein Lächeln, „en Muntsch“ bekommen. Wir lassen die Turbulenzen und das tornadohafte Tempo hinter uns. Ich ertappe mich beim Einnicken. Beim nächsten Einnicken entschwinde ich in einem Traum:

 

„Excusez-moi, Madame. J'ai vu au parking la voiture du Beat et je voulais juste dire bonjour.“ Der frische Luftzug der offenen Tür weckt mich. Erst nach einer längeren Orientierung realisiere ich, dass jemand an der Tür steht und Lidwine überfordert.

Die Stimme erkenne ich sofort: Serge Emile Faivre!

Lidwine bittet ihn deutsch zu sprechen. „Ist Beat ier, isch abe sein Auto se…en auf dem Parking?“ 

Serge ist ein alter Freund aus meinen Tagen bei der Armee. Er hat seine Hütte ca. einen Kilometer talabwärts und ist über den Grat gekommen, wie ich gestern.

„Sie sind die Frau von Beat?“ - „Noch nicht ganz, alter Freund!“ antworte ich, mich von der Bank rollend. „Komm rein und mach die Tür zu.“ - „Oh non, seulement un bonjour! Je suis avec Josette. Jusqu'à plus tard. Je vois que tu as monté le sauna!” Er sieht uns in den Kaftanen. Über sein Gesicht zieht sich ein Lächeln. Seine Augen sprühen vor Vergnügen. „Nous ne voulons pas déranger les amoureux dans leur nid!" *

 

„Josette, il préparé pour ce soir une séance de sauna!”

 

Dieses Schlitzohr. Beide sind, wie auch ich, passionierte Saunagänger … und Genießer. Ein leises Sirren der Skier und Josette steht ebenfalls vor der Tür. Ein Daumen breit unter 1,70 cm, 55 Kilo Lebendgewicht und Mutter von vier Kindern. Sie strahlt. „Beat mon amour, tu sais, ce que  j'aime!“ Beide sprechen hervorragend Schwyzertütsch und genauso gut Schriftdeutsch, also kein Problem mit Lidwine. „Huit heures?“ - „D’accord!“ Und weg sind sie.

 

Serge ist Stahlbauer, Hallen, Anlagen usw. Er hat die Firma von seinem Vater geerbt. Er nennt mich „Ver du bois“- Holzwurm und bei leichter Dehnung der Wörter wird aus einem Holzwurm, ein Trinkglas, ein „Verre à boire!“ Anspielung auf seine damalige Trinkfestigkeit.

Ich hingegen nenne ihn „Tordeur de fer“ Eisenverdreher oder Eisenwringer und bei verschleppter Dehnung wird daraus „Dormeur de Feés“, der Feenschläfer, in Anspielung auf seine Vorliebe für kleine zierliche Frauen.

 

Wir haben uns in der Unteroffizierschule kennengelernt und vom ersten Augenblick an gemocht. Wir wurden unzertrennlich und haben zusammen manchen Sack Salz gefressen. Da ich selber eher auf stattliche Frauen stehe, hatten wir auch damit nie ein Problem. Im Gegenteil, oft ist bei zwei Freundinnen die eine stattlich, die andere zierlich. Das alles wird Serge meiner Lidwine in den nächsten Tagen näher bringen. Er wird mich auf ein Podest heben, und Josette wird auch noch ein paar Anekdötchen beisteuern. Dass er aus der gleichen Stadt kommt wie Trudi, ist der unergründliche Lauf des Schicksals.

 

Lidwine ist aufeinmal hektische Hausfrau mit dem Spleen das Haus herrichten zu müssen. Sie will mit … Putzen … Fegen … Lüften beginnen! „Das Einzige was ich jetzt mache, mein Schatz, ist das Handy einschalten, denn Josette will mit mir sicher das „Dîner“ besprechen und das andere Zimmer herrichten, denn die Beiden werden hier schlafen. Das war schon immer so.“ Ich merke, dass sie fahrig und nervös rumhuscht, herumdruckst und was auf dem Herzen hat. Ich drücke ihr einen frischen Tee in die Hand: „Erzähl schon! Spuck es aus!“

 

Sie hat Bammel wegen der Sauna mit den beiden und ihrer Nacktheit dabei. Sie sei noch nie in einer Sauna gewesen, und ich, Beat, wäre der erste Mann, dem sie sich so nackt zeigen würde. Mit den anderen war sie nur im Bett nackt. FKK hätte sie auch noch nie gemacht und deswegen hätte sie da ein Problem.

 

„Weiter … Ist das alles?“

„Nein!“ Viele Frauen würden sich „unten“ rasieren … zum Teil ganz nackt. Und das hätte sie auch noch nie gemacht, immer nur geradeso, dass es nicht zu arg aus dem Badeanzug hervorspross. Meine große, starke, mutige und selbstbewusste Lidwine, die aufrecht, ohne Scheu und ohne Zögern in 30 Meter Höhe über einen 150‘er First geht, dieses Weib hat Bammel beim menschlichsten allen Tuns, nackt zu sein in Gegenwart von andern Menschen. Wie ein Häufchen Elend sitzt sie neben dem Herd und ihre Tränen kullern. Ja, ähhh … die letzte Frau habe ich im Frühling vor einem Jahr rasiert.

 

Wolldecke auf den Tisch, warmes Wasser aus dem Schiff, Schere, Pinsel, Rasierseife, Rasierer, Schwamm. Lidwine verfolgt jede meiner Bewegungen mit Argusaugen. Auf meine einladende Geste „leg dich auf den Tisch!“, kommst schüchtern: „Was hast du vor?“ - „Rasseweiber und Rassehunde müssen getrimmt werden!“ - „Aber nicht nackt!“ - „Nur trimmen! Du hast einen zu schönen Busch, um ihn abzurasieren!“ Ich ziehe sie vom Stuhl hoch. „Da unterscheiden wir uns von Serge und Josette. Die beiden mögen es seeehr kahl!“

  

Lidwine bekommt den Spiegel in die Hand gedrückt, und ab geht die Post. Ihr Zetern überhöre ich. „Nicht so viel! Pass auf, dass du mich nicht schneidest!“ Ebenso, wie ich ihr neugieriges Über-den-Spiegel-Gucken übersehe. „Das ist zu viel! Sei vorsichtig! Huch, das kitzelt! Was machst du? Was, so lang sind die?“ Sie jammert noch, als ich ihre Schamlippen strammziehe um sie sauber auszuputzen. Beim restlichen Rasierschaum-Wegspülen, kommt dann doch ein entspannendes Gurren, beim Trockentupfen und Nachbehandeln mit After Shave Lotion eine sanfte Gegenrotation mit dem Becken. Das sanfte Gegenbocken beim schmusenden Stoppeltest wird mit Giggeln unterstützt.

 

Mit „Jetzt bist du an der Reihe!“, stürzte ich Lidwine erneut in ein Gefühlschaos. Bei mir ist es auch schon Wochen her, nicht dringend, aber es sieht besser aus.

Lidwine die mit einem Beil einen Balken fast hobelglatt behaut, mit einen Beitel die schönsten Rosetten sticht, bekommt die ‚große Flatter‘ weil sie mir meinen Sporn rasieren soll. „Steifkraulen und einseifen – das wirst du wohl schaffen.“, mache ich ihr Mut. Ich zeige ihr, wie man die Haut spannt, ansetzt und sssst und sssst. Dann lehne ich mich zurück und lasse sie zwischen meinen Beinen fuhrwerken.

 

Es ist einfach herrlich, ihr Gesicht zu beobachten. Das Krausziehen der Nase, die steile Falte zwischen ihren Augenbrauen … und natürlich ihre Zunge – Zunge – Zunge, die jede Bewegung der Hand, jedes Drehen der Finger mit entsprechender Akrobatik begleitet. In mir steigt ein herrliches Gefühl empor, ein Gefühl, als wollte ich nur noch Penis, Schwanz sein. Alles in mir hat das Bedürfnis in dieses Stück Fleisch zu schlüpfen, um von ihr sanft gestreichelt zu werden. Alles an mir giert nach ihren streichelnden Händen. „Wenn du nicht sofort still hältst, kann ich für nicht garantieren!“, dringt es von irgendwo an mein Ohr.

 

„Du sollst nicht garantieren! Du sollst streicheln … streicheln … kraulen – das Säckchen kraulen, kugeln, zärtlich meine Murmeln rollen … züngeln, spitz, hart, mein Bauchnabel stupsen, knabbern, knubbeln – meine Nippelchen!“ Ich höre mich hecheln. Ihr Blick wechselt von unten nach oben und zurück - zur Arbeit. Wenn sie mir ins Gesicht lächelt, sehe ich in ein Gesicht voller Schalk, das sich mit dem Blick nach unten in höchste Konzentration wandelt. „Deine Fingerchen – lass sie fingern, sanft schrauben um die Eichel, unterhalb der Eichel, nimm drei Finger, nimm vier Finger. Schraub, schraub, als wollest du mir die Eichel abschrauben - sanft, ganz sanft! Es ist ein Feingewinde – fein, fein. Die andere Hand – Finger – hinten, zwei Finger – drei Finger, als wolltest du mir meine Rosette abschrauben… sanft - sanft.

 

Ich ejakuliere! Implodiere und merke erst viel später, dass Lidwine mit der postorgastischen Therapie bestens vertraut ist. Noch besser – ohne Zögern und Zaudern werde ich jetzt mit zarter Hand getrimmt. Bei der anschließenden schmusenden Stoppelkontrolle findet sie ständig irgendwo in einer Falte noch eine Stoppel der, der Garaus zu machen ist, und mein, in einem kommaähnlichen Zustand befindlicher Knappe, wird durch diese Ergotherapie erweckt und präsentiert sich schon bald wieder als passabler Lanzenträger.

 

Lidwine, jetzt auf den Geschmack gekommen, fummelt, schmust und schmeichelt, animiert mich zu Stößchen in ihr Schößchen. „Ich möchte sehen wie ‚Deiner‘ in mir verschwindet. So was habe ich bisher nur in Pornos gesehen!“ Voller Vorfreude schubst sie mich vom Tisch runter und ist mit einem Hupfer auf meinem Platz. Sie ist richtiggehend hibbelig, den Spiegel in einer Hand auf mich wartend. Für mich ist die blanke Schnecke von Lidwine ebenso erregend - neu - und die Natürlichkeit und Neugier mit der Lidwine das ‚In-sie-Schlüpfen‘‚das Aufspießen‘‚sie Nageln‘‚Pfählen‘ sehen will, törnt mich an.

 

Einmal mit meiner spitzen Katerzunge die Lippen öffnen. Lidwines Augen sind starr auf den Spiegel gerichtet. Ich streichle mit meiner Eichel über die geöffneten Lippen – erhöhe leicht den Druck – pflüge ihre Furche – bohre mit sanften Hüben tiefer … Halbzentimeter für Halbzentimeter. Ihr Gesicht leuchtet rot vor Erregung. Die Zunge, Lidwines Zunge, kitzelt fast ihre Nasenspitze. Jedes Mal beim Herausziehen zum nächsten Stößchen glänzt meine Lanze feuchter und ich merke, dass ihre Fötzchen immer glitschiger … entspannter … aufnahmebereiter … gieriger wird. Ich martere sie, dringe nur wenige Zentimeter  ein … „Guck, wie neugierig deine Perle wird! Schau, wie geschwollen die Schamlippen sind, wie elegant sich die inneren, kleinen um meinen Schwanz schmiegen, wie sie schmatzen! So, wie du als kleines Mädchen an der Zuckerstange!“ … um mit einem langsamen und tiefen Stoß bis zum Anschlag zu versinken. Dann wieder nur ein einzelner tiefer Hub, um weiter vorne zu kitzeln, zu martern, zu locken.

 

Ihre Blicke wechseln zwischen Spiegel, meinem Gesicht und direkt nach unten zum Geschehen. Meine Augen flitzen ebenfalls im Dreieck. Unsere Blicke bohren sich immer länger ineinander, versinken ineinander, und in mir steigt erneut die Sehnsucht hoch nur noch Schwanz, das Stück Fleisch zu sein, das in sie eindringt - in ihr versinkt. Mit jedem Stoß flüstere ich mein Empfinden in den Raum - ohne ihren Blick los zu lassen.

 

Lidwine hat beide Hände in meinem Nacken verschränkt. Bei jedem Stoß wippt mir ihr Schoß entgegen. Jetzt ist sie es, die mir wispernd, hechelnd gesteht – mich mit größter Lust aufsaugen zu wollen, das Empfinden zu haben mich in ihrem Schoß aufzunehmen, zu schlucken - zu beschützen. Was als neckisches Spiel begann, endet in eine neue Erfahrung unserer Beziehung. Unsere Blicke sind aufeinander fokussiert. Ich verlasse die erzählbaren Empfindungen.

… und finde mich auf dem Fußboden sitzend wieder. Mein Schwanz schmerzhaft geschwollen, überreizt.

 

Lidwines Füße baumeln vor meinem Gesicht. Sie liegt mit offenen Augen lang ausgestreckt auf dem Tisch. Als ich mich über sie beuge, greift sie in meine Haare: „Wollten wir nicht heute abstinent sein?“, und einen Seufzer später, „Bitte nicht berühren!“ - „Überreizt?“ Ein Nicken bejaht meine Frage. „Ich auch!“

Nur schwerfällig kommen wir in die Gänge. Mitten in unser diffuses unkonzentriertes  Rumgewusel meldet sich mein Telefon – Josette.

 

Ohne große Einleitung, „Sûrtout ne change pas vos Caftane!“ Lidwine schmiegt ihren Kopf an den meinen, will mithören. Lächelt verschmitzt, zupft an ihrem Kaftan und hebt den Daumen -verstanden. Dann geht es weiter. Josette, die Pragmatische: „Beat, wie ich dich kenne hast du ‚Viande de Grison‘ mit!“ „Bündner Fleisch“, hauche ich Lidwine ins Ohr. „Oh, muss ja Deutsch sprechen, Entschuldigung an deine Frau!“, kichert Josette und spricht ein paar unverständliche Wörter in den Raum. „Ist absolut ungewohnt, dass du eine Frau ins Chalet mitnimmst, du hast … was heißt ‚serment‘ auf Deutsch? … nur deine Frau mitzunehmen.“

„Geschworen habe ich, stimmt doch!“

„Hast du ausreichend Champagner - oder müssen wir aushelfen!“

 

Sie hat Kaninchen mitgebracht, ‚prêt a manger‘ und Polenta mit Fenouil.

„Was heißt das auf Deutsch?“ –

‚Fenchel‘ - mit Käsesauce‘ –

‚Oui‘!

Eben, nur etwas wenig für vier Personen.

„Ich habe Schokolade! Wenn du Eier und Sahne mithast…“ lockt sie. „Mein ‚Mousse au Chocolat‘ ist legendär.

„Habe ich“

„Et poure plus tard?

„Für später! … ‚Hobelkäse – Copeau de Fromage‘ mit Cornichon vinagre.“ Kontere ich.

 

Beim Aufräumen im Nebenzimmer löcherte mich Lidwine mit Dutzenden von Fragen. Die zentrale Frage kommt ganz am Schluss: „Hast du mit Josette geschlafen?“, und nach einem tiefen Schnaufer … „Habt ihr schon mal Gruppensex gemacht?“

 

„Nein, beide Mal nein, nicht mit Josette!“ Wie soll ich Lidwine die Vertrautheit mit Josette erklären? Das absolute Vertrauen, das ich zu meinen Freund Serge habe, auch wenn wir uns oft Monate, Jahre nicht sehen, aber, wie jetzt, innerhalb von Minuten wieder da anknüpfen können, wo wir vor ‚Urzeiten‘ aufgehört haben?

 

Als ich nach dem zweiten Holz nachlegen aus der Sauna zurückkomme, sehe ich Serge und Josette durch die beginnende Dämmerung das Tal hochkommen. Es ist das erste Mal, dass wir, Lidwine und ich Gäste empfangen, und dann auch noch Gäste, die mehr sind als nur Freunde. Eine Stunde später ist die erste Flasche Champagner leer und Serge lässt keinen Zweifel daran, wer mein Trauzeuge sein wird.

 

Lidwine muss erzählen … erzählen, und Josettes Augen werden immer größer, Serge wird immer stiller. Mit „Premier Tour – erste Runde?“ locke ich uns in die Sauna. Um im Schnee um die Hütte herum zu laufen, haben wir eine Auswahl an Tessiner Zoggeli* herum liegen. Nur mit unseren Frotteemänteln um und Zoggeli an den Füßen huschten wir in die Sauna. Gute 90°C sind für die erste Runde ok.

 

Ich setze Lidwine auf die mittlere Bank und Josette sonst immer oben, setzt sich direkt neben Lidwine. Serge und ich tropfen bereits nach einer Handvoll Minuten - und schweigen. Die beiden Frauen tauschen sich emotional weiblich aus. Josette erzählt Lidwine von den Vorzügen hier im Jura zu wohnen, Lidwine erzählt ihr von der Weite ihrer Norddeutschen Heimat. Sie stellen fest, dass beide eigentlich Erzieherinnen waren und jetzt eben nicht mehr sind. Uns allen wird klar, dass die Evolution eine Frau erst noch hervorbringen muss, die kein Thema findet, um einen abendfüllenden Dialog mit einer andern Frau zu bestreiten und diesen auch noch genießt.

 

Serge und ich werfen uns einfach in den Schnee und wälzen uns wie junge Hunde. An den Gesichtern unserer Frauen können wir ablesen, dass sie uns wegen unseren Albernheiten und unseres Ungestüms lieben. Wir brauchen keine langen Worte. Wir schnappen sie uns, und Sekunden später rollten zwei quietschende, lachende, schimpfende, protestierende Doppelbündel durch den Schnee. Minuten später stehen wir vor dem Eingang, außer Atem, abgekühlt und warm gerangelt … frisch für neue Taten.

 

Die Rangelei ist an Serge und mir nicht spurlos vorbei gegangen. Serge hat einen herrlichen ‚Ständer‘ und auch bei mir hat ein Schwellprozess stattgefunden. Kurzes Geflüster zwischen den beiden Mädels. Beide kommen mit wiegenden Hüften und mit einem unergründlichen Grinsen im Gesicht auf uns zu. Serge und ich wissen was kommt! Es ist der Preis, den wir für das Gerangel im Schnee zahlen müssen, die kleine Rache. Einen halben Schritt vor uns gehen beide in die Hocke, schaufeln mit beiden Händen Schnee und pressen uns im Aufstehen den Schnee in den Schritt! Nicht zucken, lautlos tief Luft holen, unsere Frauen umarmen und hingebungsvoll küssen. Wir sind eben Indianerhäuptlinge … haben schließlich Karl May gelesen.

 

Kurz nach Mitternacht verschwinden die beiden Frauen in den Schlafräumen und kommen in voller Ausgehmontur heraus. „Une petite promenade!“ Auf unsere fragende Blicke. „Au Sapin! Zur Tanne!“ Wir hören, wie sich die Stimmen langsam in der Nacht verlieren … Stille. Nur ab und zu ein Knacken im Gebälk und ein Knistern im Ofen.

 

„Das Leben meint es gut mit uns …“ Ich hebe das Glas: „Mit unseren Frauen!“

„Oui!“, und Serge quittiert meine Aussage mit einem tiefen Schluck. Halb aus dem Glas genuschelt kommt es staubtrocken: „Unsere Frauen haben es auch gut mit uns!“

„Ja!“

Aus einem Gefühl heraus heize ich die Sauna noch einmal hoch, denn, wenn die Frauen zurückkommen, müssen wir Männer entweder Bettflaschen mit Ohren spielen, oder wir gehen alle noch eine Runde in die Sauna. Wobei wir Genießer Zweiteres vorziehen, ohne Ersteres auszulassen, denn richtig warm wird es unseren Frauen nur mit dem Tauchsieder und der sehnsüchtig auf Einsatz wartet.

 

Wir hören zuerst die Stimmen, lange bevor wir die Lichter sehen. Wortlos nehmen wir die Mäntel und Zoggeli der Frauen und gehen in die Sauna und warten. Mit leuchtenden Augen und frivolem Grinsen kommen beide direkt in die Sauna. Serge und ich sind schon nackt und entkleiden unsere Frauen Stück für Stück. Lidwine schielt nur nach Josette und kopiert einfach. Als wir ihnen die Skiunterwäsche, die langen Unterhosen abstreifen, kann ich nicht verhindern, dass sich mein Sporn versteift und ihre Kleine bekommt einen herzhaften Kuss auf ihre Lippen.

 

Beim Aufstehen, um ihr das Shirt abzustreifen pflügt mein harter Sporn in der Furche zwischen den Oberschenkeln um am Schambein gestoppt zu werden. Serge und Josette, geübte Altmeister in dieser Disziplin, sind schon einen Schritt weiter. Josette umklammert Serge mit Armen und Beinen und Serge setzt sie auf seinen ‚Tauchsieder‘ - sanft, langsam, voller Zärtlichkeit – ihr tausend kleine Komplimente, Schweinereien und Zoten mal ins linke, mal ins rechte Öhrchen zu flüstern.

 

Fasziniert, fast hypnotisiert schaut Lidwine den beiden zu. Wie in Trance legt sie ihre Armen, ihre Beine um mich, presst ihren Körper an mich. Ich fühle ihre kalte Haut. Ein entspannender Knurrlaut entweicht ihrer Kehle und mein Sporn findet den Weg allein. Lidwine lässt sich ganz langsam auf ihn niedergleiten und ich pulsiere mit kleinsten Stößen. „Die Prinzessin hat ihr Stübchen gut gebohnert … das Stielzchen gleitet ohne Rumpeln bis in ihr Stübchen!“, wispere ich in ihr rechtes Ohr, um gleich darauf mit der Zunge tief und hart hinein zu stoßen.

 

Lidwine reißt den Kopf zurück, um mir das andere Ohr auf den Mund zu pressen. „Hat Josette dich aufgegeilt, dir gesagt was passieren wird und du rossige Stute - bist schon am Kommen?“, und meine Zunge wühlt im linken Ohr. „Dann komm, lass dich fallen!“ Inzwischen habe ich Lidwine, die doch einiges schwerer ist als Josette, auf der Bank abgesetzt. Wie von Sinnen hämmere ich in ihren Schoß und sie feuert mich an. „Ja, komm, weiter!“ immer wieder. Die Fingernägel krallen sich in meinen Rücken.

 

Serge brummt, knurrt, wie ich auch. Wir titulieren unsere Frauen mit Namen aus der halben Tierwelt. Ich auf Deutsch, er auf Französisch. In den zwei Stunden, in denen unsere Frauen bei der Tanne waren, muss etwas Elementares passiert sein, denn, jetzt kurz vor ihren Höhenpunkten, werden beide still, nur hechelndes Atmen … beide Frauen schauen sich ins Gesicht, lächeln sich zu und sind doch nicht hier. Ich habe auf einmal das Gefühl, ich würde in eine Hülle stoßen, als wäre der Geist, die Seele von Lidwine hier irgendwo im Raum, vereint mit der von Josette. Als würden beide uns von außen zusehen, wie wir ihre Körper vögeln, so als hätte ich den Zugang zu Lidwine verloren. Mein irritierter Blick wird von Serge erwiedert.

 

In mir steigen Bilder hoch, an die Zeit, als Serge und ich - als junge Unteroffiziere - unsere Blutsbrüderschaft erlebt haben. Uns beiden dampfte damals das Testosteron aus allen Poren. Trotzdem waren wir aber in Sachen ‚Schneller Sex‘ ziemlich unbedarft, eigentlich Novizen. Zum ersten Mal wurden wir damals von zwei, für uns „alten“ Frauen angesprochen und haben mit ihnen nebeneinander im gleichen Bett gevögelt. Dabei machten die Damen zwischen mir und Serge ständig den fliegenden Wechsel. Die beiden brauchten uns nicht zu einer zweiten Runde zu überreden - für ein ‚Bifacir‘ - unsere beiden Latten in ihre Chatte … in ihr Fötzchen zu schieben. Die beiden wussten sehr genau wie das vonstatten gehen sollte. Mir wurde ein dickes Kissen unterlegt und die eine setzte sich auf mich – ritt mich, und Serge hat sie von hinten zu nehmen, wir waren gemeinsam im gleichen Fötzchen – Fötzchen, nicht Ring. Unsere beiden Schwänze rieben aneinander, ohne dass wir uns sehen konnten und wir kamen auch gleichzeitig.

 

Dieses Gefühl, diese für mich und auch für Serge unreale Situation hat uns wegtreten lassen. Ich sah mich auf dem über dem Bett hängenden Kruzifix sitzen und alles von außen betrachten. Serge erzählte mir später, als unsere Schwänze aneinander rieben hätte er an Winnetou und Old Shatterhand  und die Szene der Blutbrüderschaft denken müssen.

 

Und am Gesicht von Serge konnte ich sehen – er denkt … was ich denke!   

 

Was zum Teufel hat Lidwine, was hat die Frauen bewogen, zu ‚meiner Tanne‘ zu gehen? Nicht einmal Serge kennt meinen ‚Spleen‘. Er weiß nur, dass ich als Junge eine Tanne als ‚Tröster‘ hatte. Was zum Teufel haben die beiden Frauen erlebt, erfühlt, um so voller Bereitschaft, zu uns Männern zurückzukommen und sich uns einfach hinzugeben - eher sich unserer zu bedienen? Das was ich mit Lidwine am Nachmittag erlebt habe und das was ich/wir jetzt erleben, sprengt meine Vorstellung. An Serges Haltung, seinen Blicken und seinen Worten bemerke ich auch ein gewisses Unwohlsein.

 

Auch jetzt wieder - wie auf Kommando ziehen wir uns aus unseren Frauen zurück, unterbrechen den Koitus. Von Lidwine kommt nur ein sphinxhaftes Lächeln, eine starke Umarmung und ein Sich-von-mir-Lösen. Sie ist mit ihren Gedanken in einer anderen Sphäre. Im nächsten Augenblick schmiegt sich Josette an mich „Merci pour ta sensibilité!“ Ihr Körper ist so warm, anschmiegsam, nach Kopulation riechend … auf einmal so begehrlich verlangend. In mir zieht sich alles zusammen. Ein Nein … eine Kaskade an Neins dröhnen durch meinen Kopf durch meinen Körper. Ich hebe sie einfach hoch und gehe hinaus -  mit ihr in den Schnee - lasse mich fallen – kühlen uns ab. Wir reiben uns gegenseitig mit Schnee ab. Serge und Lidwine folgen uns auf den Fuß. Dann reiben Serge und ich uns mit Schnee ein, ich fühle Lidwines Hände - Josettes Hände. Meine Hände reiben Schnee auf Lidwines Brust, sind an Josettes Po.

 

Nun sitzen wir wieder in der Hütte, lachen, scherzen und keiner hat ein schlechtes Gewissen, keiner fühlt sich überrumpelt, sucht eine Erklärung. Es ist vier Uhr morgens, als wir uns in unseren Kammern in die Betten fallen, und es ist sieben Uhr - tiefe Nacht, als Lidwine sich auf mich setzt … sich auf mich legt, und wir nur durch Schaukeln und Streicheln eine stille und tiefe, noch nie erlebte, Entspannung finden. Wir hören parallel ein leises zärtliches Murmeln und Rascheln aus dem Nebenraum.

 

Zweiter Weihnachtstag, später Vormittag. Strahlend blauer Himmel, fast windstill, draußen minus zehn Grad und hier im Raum achtzehn Grad.

Ofen neu bestücken. Lüften. Durchzug. Serge steht neben mir, hilft mir wortlos beim Spülen und Aufräumen. Wir sehen aus unseren Augenwinkel nur einen Schatten, der von der einen in die andere Kammer huscht. Die Kleider unserer Frauen sind noch in der Sauna. Auf dem Weg dorthin finden wir noch das eine oder andere.

 

Kaffee kochen. Frühstück um Mittag. Wie bekommt man(n) Frauen nonverbal aus den Federn? Indem man(n) den noch dampfenden durchgelaufenen Kaffeefilter in die Kammer stellt. Funktioniert fast immer, auch heute. Die zierliche Josette trägt Lidwines Staude als Midikleid mit dem Obermann auf dem Kopf. Lidwine hat in einem der Schränke ein dickes langes Leinennachthemd gefunden und trägt ein altes ‚Béret Basque‘ von mir auf dem Kopf.

Josette beginnt eine Melodie zu summen und Lidwine stimmt mit ein.

In etwa können wir Offenbachs Can Can heraus hören.

 

http://www.youtube.com/watch?v=TTJv4cPgnVE&feature=related

 

http://www.youtube.com/watch?v=lK0gYi1YEZ8

 

Zuerst etwas zögerlich, dann immer mutiger hüpfen und tanzen die beiden Frauen einen Can Can. Von Josette wusste ich, dass sie als junge Frau Ballett tanzte und auch sehr gut Klavier spielt. Lidwine erzählte mir einmal ‚en passant‘, dass sie bei der dörflichen Harmonie bis zum Schulende Klarinette spielte.

Gekonnt rafften sie ihre „Kleider“, zeigten uns ihre nackten Fütchen für Sekundenbruchteile … Brust raus … und die hüpfenden Möpse flutschten bei Josette abwechselnd aus der Staude und die Längsstreifen im Brustbereich von Lidwines Hemd vollführen mächtige sphärische Kurven.

 

„Steht auf!“ Beide stehen vor uns. Lidwine nimmt ihren Obermann … „Probe! Mach den Bademantel auf!“ Mein steifes Horn steht schräg nach oben. Aus fünf Schritt Entfernung wirft Lidwine mir den Obermann auf mein Horn … trifft – er bleibt hängen. Josette muss dreimal werfen bis sie so trifft, dass er bei Serge hängen bleibt.

 

Lidwine sitzt rittlings auf meinem Schoß. Mein Horn kitzelt ihre Kleine nur ein bisschen. „Beat, was hast du aus diesem steifen Ostfriesenmädchen gemacht?“, wispert eine süß-frivole Stimme in mein Ohr. „Sie nur wach geküsst … wie im Märchen!“

 

Josette und Serge wollen noch etwas Skilaufen gehen, und wir sollen doch nachher zum Abendessen runter kommen. Das Lidwine nicht Skilaufen kann, stört nicht, ich soll schnell mitkommen, denn in der Hütte hätten sie noch zwei Paar Schneeschuhe.

 

Wir machen eine Wanderung mit den Schneeschuhen. Auf den Grat hinauf und über die Höhe zur Bergstation. Für Lidwine, die nach einer Woche auf der Hütte wieder unter Menschen kommt, Menschen die aus der Alltagshektik kommen, die mit dem Skilift nach oben kommen – lärmig – überdreht, ist es zuviel. Sie zupft mich am Ärmel, blickt nach draußen, und wir sind wieder an der frischen Luft. „Komm wir besuchen einen interessanten Menschen!“

 

„Beat!“ Lidwine steht einfach im Schnee.

„Beat, können wir nicht einfach durch den Schnee laufen, ein bisschen frieren, ein bisschen schwitzen, Hunger bekommen, Durst haben, stehen bleiben, eine schöne Tanne betrachten, einen verschneiten Strauch, einer Spur im Schnee nachschauen und uns was Schönes ausdenken, wohin die Spur führen könnte!“ Ihr Gesicht hat einen verlangenden Ausdruck. „Beat, ich möchte nur hinter dir hergehen. Es ist so schön mit den Schneeschuhen so gemächlich zu wandern, Zeit zu haben, um alles zu betrachten und still zu sein.“

 

„Danke für den Wink mit der Pfauenfeder!“ Genau das ist mein Manko – immer schneller, höher, weiter und nicht merken wann es anfängt wehzutun … wehzutun für mein Umfeld, meine Leute, Freunde - und jetzt für Lidwine. In meiner Euphorie will ich Lidwine an allen meinen Erinnerungen teilhaben lassen – jetzt sofort. Sie läuft an meiner Seite, mühelos, wortlos alles in sich aufsaugend. Den Anblick der sich im Dunst verschleiernden Berge, das Lichtspiel der einsetzenden Dämmerung, und den Blick vom Grat ins Val de Sagne, das schon im Schatten der Dämmerung liegt – die ersten Autos fahren mit Licht. Sie steht neben mir und saugt, inhaliert einfach alles. Eine kleine Bewegung und wir gehen weiter, nur eine Handvoll Schritte und genießen eine neue Aussicht.

 

Es ist dunkel als wir bei Serge und Josette eintrudeln. Es gibt Älplermagroni* mit Apfelmus und viel zu erzählen. Der typisch weibliche emotionale Austausch zwischen Lidwine und Josette verblüfft nicht nur mich. Serge muss dringend frische Luft schnappen und ist der Meinung, dass ich das auch brauche.

„Frère de sang! Blutbruder! Wie lange habe ich dieses Wort nicht mehr gebraucht, nicht mehr gesagt. Letzte Nacht habe ich es gefühlt, wahrgenommen und du auch. Dein Gesicht, deine Augen … du hast an das Gleiche gedacht!“ Wir halten uns fest, drücken uns - als Blutbrüder eben.

 

„Was letzte Nacht passierte … es ist für mich und Josette das erste Mal … nach mehr als 20 Jahre, dass wir so etwas machen. Josette erklärt das jetzt auch Lidwine!“ Wobei Serge mit dem Kopf nach drinnen deutet. „Wenn es sich ergibt Beat, und wenn Lidwine einverstanden ist, wir haben keine Bedenken … erzwingen müssen wir es aber nicht.“ Als wir wieder in die Stube kommen liegen sich die beiden Weibsen heulend in den Armen. „Verstehe einer die Frauen!“

Serge muss Morgen zurück in die Firma und Josette bleibt hier, denn ihre beiden Töchter Amelie und Stephanie kommen hoch. „Congrès des Femmes!“ Seine  Stimme ist voller Stolz.

 

Es ist deutlich vor Mitternacht als wir in unsere Hütte zurückkommen. Ohne uns irgendwie abzusprechen, bringe ich den Ofen in Gang und Lidwine entzündet die Kerzen am Baum. Wir brauen uns einen Glühwein und Lidwine schleppt unsere Matratzen und Bettzeug vor den Weihnachtsbaum. Es scheint ihr ein Bedürfnis zu sein, sie verbindet etwas mit ‚unter dem Baum schlafen‘. Und sie möchte „hinten“ schlafen, bei mir andocken. Ich soll das vordere Löffelchen sein!

Noch sitzen wir mit dem Rücken gegen die Lehnen der umgekehrten Stühle gelehnt. Still genießen wir die ruhigen Flammen der Kerzen, ihr Spiegeln in den Glaskugeln, den Fensterscheiben und zurück. Keiner hat das Bedürfnis zu erzählen oder Erzählungen einzufordern. Wir schlürfen unseren Glühwein … lächeln uns still an und hören unseren Seelen zu … genießen einfach. Einfach zu sein und einfach einschlummern, dem neuen Tag entgegen.

 

Heute ist wieder ein Werktag, ein Tag – der Name sagt es - der mit Werken zu tun hat. Die losen, nervig klappernden Schindeln befestigen, Fenster- und Türverkleidungen anbringen, Brennholz spalten, Wäsche waschen, Müll pressen um ihn besser nach unten bringen zu können. Alles Dinge, die in den letzten Fest- und Chaostagen verdrängt wurden.

 

Die Sonne bringt die ersten wärmenden Strahlen, als ich auf der Leiter stehend die Schindeln fixiere und meinen Blick schweifen lasse. Ich sehe im klaren Morgenlicht wie zwei Skiläufer über den Grat kommen, einer mit einer Pulka. Sie nehmen nicht die markierte Spur. Sie kommen direkt über die Weiden. In zehn Minuten werden sie oberhalb der Hütte vorbei kommen – jemand der die Gegend kennt! Ich fixiere weitere Klapperkandidaten und sehe wie aus dem Tal kommend, zwei weitere Skiläufer gemächlich bergan stapfen. Die sind in einer dreiviertel Stunde hier. Die beiden Talfahrer haben lustige im Wind flatternde Zipfelmützen und es sind Mädels, und die mit der Pulka fährt wie der Teufel und die andere, aus lauter Übermut schlägt sie Haken, fährt Kurven und Schleifen … macht Kapriolen. Sie halten direkt auf unsere Hütte zu, sehen mich auf dem Dach – winken, rufen – kommen vor unserer Hütte zu stehen:

 

„Oncle Beat!“ Sie lachen sich schief über mein „Hmm“-Gesicht. Es sind Amelie und Stephanie. Vor zwei Jahre habe ich sie zum letzten Mal gesehen. Beide kommen mit der Pulka zur Hütte. Umarmen mich, als wäre ich der große Bruder oder der zweite Papa oder was auch immer. Für sie bin ich der gewesen, der in ihrer Kindheit bei ihnen wie ein Familienmitglied ein und ausging. „Papa meint, wir sollen diese Sachen schon mal bei dir abladen!“

 

Lidwine kommt an die Tür und die beiden Mädels umarmen sie, als wäre sie die große Schwester. „Mama hat uns von dir erzählt… „La fée d’arbre“ und erzählen ohne Pause in einem Mischmasch aus Schwyzerdütsch und Französisch. Ja, sie kommen heute Abend mit Mama in die Sauna. Sie hätten unten am Parkplatz auch „L’acien pharmacienne“ gesehen, ‚Trudi‘, „ta marraine!“ zusammen mit einer ‚Suisse allemande`. Die kommen von der anderen Seite sie haben den Lift genommen.“ Und Husch, weg sind sie. Wir sehen noch, wie zwei Zipfelmützen zwischen den Tannen verschwinden. Die Mädels haben alles für ein Raclette mitgebracht, ausreichend für eine Horde Heißhungriger.

 

Lidwine und ich sehen uns nur an, und die beiden Skiläufer die ich von unten aufsteigen sah, bekommen eine andere Gewichtung.

 

Das Wiedersehen mit Trudi und Vreni ging nicht ohne feuchte Augen ab. Trudi heulte schon, als sie noch vor der Hütte stand. Lidwine und Vreni beim Umarmen und mich erwischte es, als Trudi mich, wie früher, an beiden Ohren packte und dabei, wie früher, die kleinen Finger hineinschob!

 

Die Überraschung ist gelungen, und wenig später ist die Hütte auf viel Besuch eingerichtet. Langsam aber stetig wird mir klar, dass wenn Josette mit ihrem  ‚Congrés des femmes‘ auftaucht, ich in den nächsten Stunden nur noch ein dienernder Galan vieler Herrinnen bin, oder aber der Gockel im Korb. Was sich in solchen Situationen als sehr hilfreich erwiesen hat … Abtauchen! Sich klein machen. Alles andere ist mentaler Selbstmord. In der Sonne sitzen, Kaffee trinken, Kuchen essen, Reparaturen bewundern, neugierig sein, Fragen stellen und möglichst diplomatische Antworten geben.

 

Die Atmosphäre entspannt sich, und die ersten Schatten bringen die Kälte zurück, als unter großem Hallo der ‚Congrés des femmes‘ ankommt. Ab sofort übernimmt Josette mit Lidwine als 1. Offizier das Ruder. „Beat – tu peut me d’aide?“ „Beat, kannst du mal!“ „Beat, nous sommes aux dortoir – Vreni, chum zu üs uffe!“ Ohne Zwang wuschelt das Chaos in die richtige Richtung und ich sorge für genügend Holz, leere die Ascheneimer, pumpe Wasser aus der Zisterne, sorge für ausreichend Zoggeli, Hemli (alte lange Nachthemden aus einer Irrenanstalt, an Stelle von Bademänteln) und Handtücher, stelle den Wein nicht zu kalt, mache Feuer in der Sauna. Und dann baue ich mit den beiden Mädels neben der Sauna eine Schneehütte.

 

Für die ältere Amelie bin ich der Onkel, den man alles fragen kann, der, mit dem frau Blödsinn anstellen darf, der Dinge mitmacht, die Mama und Papa sooo nicht erlauben. Stefanie, die zwei Jahre jüngere und jetzt siebzehn, hat schon nicht mehr so oft mitgemacht und ist daher etwas verhaltener. Die Mädchen rollen den Schnee und ich schichte ihn, so dass wir am Schluss fast Stehhöhe haben. Dieses ‚Schneehütte‘ bauen war damals für uns Kinder ein festes Ritual und nun ist es das für unsere ‚Kinder‘, auch wenn es schon sehr große Kinder sind.

 

Dass die zwei jungen Damen von siebzehn und neunzehn vor Neugierde fast platzen, ist klar. „Beat …“ eröffnet Stefanie das Kreuzverhör. „Also Lidwine …“ Mutter hätte ja am Telefon erzählt … und eben … und überhaupt. Wie ich zu so einer Frau käme und … „Sieht sie wirklich aus wie eine Kriegerin … in ihren Kleidern? Und sie kann mit einer Axt Holz spalten, so wie du eben?“ - Die leuchtenden Augen der Beiden das romantisch-verklärte Lächeln … für die beiden sind wir im Moment das Exotischste in ihrem jungen Leben.

 

„Nachher, wenn wir aus der Sauna kommen, ist die Schneehütte der ideale Abkühlraum!“ Ich versuche die Beiden von diesem Thema wegzulotsen. Gelingt nur bedingt. „Mama hat erzählt, dass du nur mit „deiner Frau“ in die Hütte gehen würdest … nicht mit so etwas >Lalala

 

Peng! Wie nahe sind die wirklich an der Wahrheit dran?

Bevor es weiter eskaliert kommt der Ruf „Manger!“ und die Sauna hat inzwischen 90°C.

Josette und Lidwine haben das Heft in der Hand. Mehr ist nicht zu sagen. Trudi genießt, Trudi ist mitten unter uns. Sie ist zu Fuß von der Zwischenstation rüber gekommen. Amelie und Stefanie spielen ausgelassen die Bajazzas und Vreni, von den beiden angesteckt, zieht mit. Sechs Frauen – die älteste dreiundachtzig, die jüngste siebzehn, parlieren in einem Mischmasch beider Sprachen. Sie verstehen sich … missverstehen sich … wiederholen sich und wenn nichts mehr geht. „Beat - mon amour!“ oder „Beat… Schattebout!“ Nur dann bin ich gefragt, aber sonst nur unter strenger Beobachtung. „Mais non, vous préfére Beat… il a déjà deux portion plus que nous!”, protestiert die Mädchenbank, um mir den Rest von Teller zu stibitzen.

 

Raclette am offenen Feuer schmeckt irgendwie rustikaler, uriger und heizt nicht nur den Raum mit auf. Lidwine und Josette schaben mit erhitzten Köpfen Portion für Portion, die in den nimmersatten Schlünden verschwinden und der Berg von ‚Gschwölte H’ärdöpfle‘* verliert dramatisch an Höhe. Mir prägen sich diese Bilder ein, wie die zwei Frauen zwischen Herd und Tisch hin- und herpendeln, eine Käsehälfte vom Herd nehmen und mit dem Spachtel die geschmolzene Oberfläche abschaben, verteilen, die andere Hälfte holen … verteilen – die Kohorte versorgen. Wie sie alles im Blick haben, eine der ursprünglichsten aller weiblichen Instinkte. In mir formen sich Gefühle, Regungen, Empfindungen … genauso ursprüngliche Instinkte … diese Frauen – ihre Brut zu beschützen, zu bewahren, sie umsorgen zu versorgen.

 

Ich fühle mich angekommen… daheim.

 

Stickum schleiche ich mich an die frische Luft, versorge den Saunaofen und bleibe einfach in der Stille der Sauna.

Trudi geht mir nicht aus dem Kopf. Eben, zwischen all den jungen Frauen, blühte sie auf, scherzte mit den Mädchen, gab auf vorwitzige Fragen ebenso deftige Antworten und sie hat den Überblick. Ein Blick zu Josette oder Lidwine, kurzes Augenknipsen mit Blick nach … und es läuft und läuft.

Bei mir beginnt der Schweiß auch zu laufen und meine Gedanken traben durch den Kopf.

 

Das wird deine Zukunft sein, wenn du wieder nach Hause zurückkommst.

Dann der Gegenpol … wer die jetzt erwachsene Vreni anschaut und mich daneben sieht … Augen-, Nase-, Mundpartie-, Kinn – nicht zu leugnen. Zumal mein großer Bruder vom Habitus her in Mutters Linie hineinschlägt und ich von allen Kindern am stärksten in Vaters Linie, so dass das Brüder-Sein relativiert wird. Trudi ist schon den ganze Abend am Gucken.

 

Klappernde Zoggeli, Stimmen und Lachen und einen Wimperschlag später sitzen die Frauen wieder um mich herum … Vreni neben mir. Alle sind still, als würde der Pfarrer vorbeigehen, bleiben still - brauchen nach dem Trubel eine Besinnung. Wir alle hängen unseren Gedanken nach. Josette macht den Aufguss und ein paar Minuten später ist Aufbruch … ab in den Schnee zum Abkühlen.

 

Direkt links und rechts neben der Tür stehen auf kleinen Ablagen zwei Öllampen, die ein spärliches Licht liefern und die Frauenkörper weich zeichnen. In diesem diffusen Licht - die fließenden, runden, sanften Bewegungen der Frauenkörper, das Klappern der Zoggeli, lassen meine Wahrnehmung verschwimmen. Im Schnee draußen – die dampfenden Körper im Licht der Fenster, im reflektierenden Licht des Schnees, die durch den Schnee gedämpften Stimmen … Sie wirken surreal, wie aus einer anderen Welt - Nymphen, Feen… Elfen… Hexen. Lidwine reibt Josette den Rücken mit Schnee ein - und umgekehrt. Die drei Mädchen (Mein Gott, Mädchen! Junge Frauen!) albern, wälzen sich im Schnee. Trudi steht etwas abseits und schaut diesem Treiben zu. Sanft reibe ich sie mit Schnee ab, den Rücken, Hüften, Po, diesen festen Po, den ich vor 21 Jahren zum letzten Mal geknetet habe.

 

Ich kann nicht widerstehen… ich knete ihren Po, ihren Arsch – mein Finger findet ihre Rosette trillere mit dem Finger – bohre leicht. Das hat sie immer zum Quietschen gebracht, Fluchtreflexe ausgelöst und, auch heute … mit einem Satz ist sie weg. Sie dreht sich um, um mir den Rücken einzureiben. Zielgenau bohrt sich ihr Fingernagel in die kitzlige Stelle unter meinem linken Schulterblatt. Ihre Hände gleiten über meinen Po … kneifen in meine kleine Speckfalte – ich fühle den kalten Schnee an meinem After und bemerke den streichelnden Finger.

 

Um mitten in einer, von unseren Mädels angezettelten, Schneeballschlacht zu landen. Sechs Frauen bombardieren im Dauerbewurf mich armen Sünder. Wenn auch fünf von zehn Bällen danebengehen, zum selber werfen … keine Chance! – Ich flüchte in die Hütte und meine Verfolgerinnen hinterher.

 

Nun stehe ich auf engstem Raum – nackt - zwischen sechs nackten Frauen die sich alle ungeniert abtrocknen, sich die langen Nachthemden, die hier dutzendweise rumliegen, anziehen. Eine hocherotische, sinnliche geladene Atmosphäre ohne aufputschende Attitüden, ohne Anmache, ohne ???? … und es gefällt mir immer besser. Der kleine Schlagabtausch mit Trudi hat mir gezeigt, dass auch sie ‚nichts vergessen‘ hat, die Erinnerung aneinander uns noch immer präsent sind.

 

Die Mädchen übernehmen jetzt das Küchenregiment und zaubern gut vorbereitet - wohl aus der Dose ein Vermicelles di Ticino* mit allen Verfeinerungen wie Meringues*, Kirsch und ‚g’schlagni Nidle‘* Also, meine Frauen sind alles siebenköpfige Raupen… ausnahmslos. Was die so verputzen, weghauen, mit einer Selbstverständlichkeit in sich verschwinden lassen! Ich war mit meiner Portion noch nicht halb durch, als sich die Mädchen schon die zweite Portion holen und die anderen drei verdächtig in den Tellern kratzen.

 

Trudi verabschiedete sich als Erste und Amelie flitzt los, um für sie die Wärmsteine* ins ‚Hüsli‘* zu bringen. Ich gehe mit, um die Sauna für die zweite Runde auf Temperatur zu halten. Wie beim ersten Durchgang bleibe ich, um einfach ein paar Minuten ich zu sein. Eine Frau ist ein reizendes und noch mit mindestens zwei Dutzend anderen Attributen zu skizzierendes Wesen, aber im Rudel – für nur einen Mann … einfach der Untergang. Ich brauche eine schöpferische Pause.

 

Sie wird mir gewährt, denn die kugelrunden Meringues – Vermicelle – Nidle Bäuche sind ein Handicap. Als ich eine halbe Stunde später entspannt und gut abgekühlt in die Stube zurückkomme, finde ich vier am Tisch eingeschlafene und eine einschlafende Frau vor.

 

Leise, so leise wie ein Indianer nur schleichen kann, verkrümele ich mich in mein Bett. Decke bis zu den Ohren … und weg bin ich. Ich merke nicht, wie die Korona zu Bett geht, nicht wie Lidwine zu mir schlüpft … nichts, nichts stört meinen Schlaf.

 

Bis zum Ruf: „Tout va bien – tout est en ordre?“ Mit einem Satz bin ich über Lidwine gerollt und stehe in der Stube. Zwei bärtige  Kerle stehen in der Tür, und draußen flackern gelbe Warnlichter vom Kabinendach der Pistenraupen. Es ist sieben Uhr. Über ein Meter Schnee sei gefallen … seit Mitternacht und ob „Josette mit ihren Mädchen“ hier seien … die Hütte der ‚Faivre‘ sei leer. Seit drei Uhr werden die Pisten gerollt, und es schneit noch immer. Ja, Kaffee ist eine sehr gute Idee und ob ich ihn, den Kaffee, auch gleich fertig machen könne!

 

Und die Kollegen? Oh ja, noch so eine gute Idee, er gebe Mal ein Funk durch. Als der erste Kafifertig* fertig ist, rollen zwei weitere Raupen an und sechs urwüchsige Bergler machen sich über die Reste vom Raclette her. Aus dem Rest der ‚Gschwölte H’ärdöpfle‘ backe ich ein Rösti, schneide jedem eine dicke Scheibe Käse dazu und koche einen „Hektoliter“ Milchkaffee. Es ist Ehrensache, diese Männer, wenn sie dich besuchen, zu verköstigen. Wenn sie sehen, dass die Hütten bewohnt sind und wie jetzt, extremes Wetter herrscht, kommen sie immer vorbei, machen ihren Rundgang.

 

Als erstes kommt Trudi zu uns raus. „Oh, bonjour Madame Pharmacienne!“ Klar, sie wird sofort erkannt, obwohl schon fast fünfzehn Jahre in Rente.

„Et vous être le lieutenant Beyeler, je vous reconnnais!“ Eine Pranke haut auf meine Schulter. „Le charpantier étudié!“ Nach einem Lacher : „Je suis Ettore le Bûcheron. Aux l’école de recrues, j’étais dans vos section!“

 

Ettore der Holzfäller, mit Vollbart als ausgewachsener Kerl ist nicht zu erkennen. Und schon kursieren die ersten Anekdoten aus vergangener Zeit. Das Knacken aus dem Funkgerät und die kratzige Stimme von der Straßenmeisterei beendet zum Glück die morgendliche Frühstück-Frühbeichte-Plauderrunde.

 

Spätestens heute Abend weiß es das ganze Tal und die Umgebung, dass die Pharmacienne und der Lieutenant sich nicht zu fein waren, eigenhändig eine Rösti und Kafifertig zu machen. Sûrtout les bonheures le Matin.

Vorallem am frühen Morgen, et - sûrtout, il ont dormiere chaque une dans sa chambre! Vorallem … jeder hat in seinem Zimmer geschlafen.

 Et - sûrtout, les filles dormaient dans le dortoir. Vorallem, die Mädchen haben im Schlafsaal geschlafen!

Et - sûrtout, le soir avant il ont faît la fête. Vorallem, am Abend vorher haben sie gefeiert.

Et – sûrtout, Josette est sorti de la chambre de la Pharmacienne! Vorallem, die Josette kam aus dem Zimmer der Pharmacienne!

Vorallem, der Leutnant ist wieder im Land und Lidwine gehört zu den Mädchen im Dortoir.

Sûrtout, ne pas une vie de patachon! Vorallem, kein Lotterleben!

 

Vorallem wir waren uns alle einig, noch bis zum Hellwerden unter die Decken zu schlüpfen.

 

©S‘Rüebli






Legende

° Älplermagroni (Älplermakkroni) = Eine Schweizer Spezialität aus Teigwaren (Makkroni), Kartoffeln und mit Käse und Apfelmus. thebestsmellers.blogspot.com/2011/10/alpler-magroni.html

° Aff = ein Tornister, wenn der Charlie nicht reicht, oder an Stelle vom Charlie.

° Chalet des Amies de la Nature = Naturfreundehaus

° Charli oder Charlotteburger = Gepäckrolle der Wandergesellen-, Gesellinnen.

° Chräbbele = sanftes Kratzen… oder Kraulen.

° Eh bien Beat, au Mariage, nous allons dire à tous que nous somme des filles!“ =

„Also Beat bei deiner Hochzeit werden wir allen erzählen, dass wir deine Töchter sind! Und Vreni bekommen wir auch dazu es zu sagen!

° Ehrbarkeit = Erkennungszeichen der einzelnen Schächte, Vereinigung unter deren Name man tippelt. 

° Einheimisch = Wenn man von der Walz zurück ist wird man wieder Einheimisch.

° First Lady – Firstladdli = Wenn man Lady auf Deutsch (Allemanisch) ausspricht hört es sich an, wie wenn man Latty mit zwei „dd“ ausspricht. Im Berndeutsch also Laddi oder Laddli = Brett.  Wenn wir Berner sagen „Du bisch mys Fürschtladdli, so ist das die Frau die mir das Dach über dem Haus, also meine Familie zusammen hält.

° Fremdgeschrieben = Die Zeit auf der Walz ist man Fremdgeschrieben.

° Gatter = Gattersäge, ein Maschinentyp zum sägen von Stämmen zu Bretter und Balken.

° Gotte = Patentante; Götti = Patenonkel.

° Gottechind im Tütsche! = Patenkind in Deutschland!

° Gschwölte H’ärdöpfle = Pellkartoffeln

° G’schlagni Nidle =        steife Schlagsahne  

° Hüsli - auch Abtritt genannt, ist das Plumpsklo, das immer etwas unterhalb der Hütte steht. Die Wärmsteine sind Backsteine die im Backofen von Herd manchmal bis 250-300°C erreichen und vorher im kalten Hüsli deponiert wurden.

° Kafifertig = So viel Kaffee in ein Glas oder Becher bis man den Löffel nicht mehr sieht, Zucker und rühren… anschließend Kirsch, Pflümli, oder Obstler bis man den Löffel wieder sieht.

° Kluft = Bekleidung der Wanderburschen auch der Frauen.

° Krauter = Meister bei dem man arbeitet.

° Les frais additionne = Zusatzkosten

° Meringues = Baisers, gebackerner Eischnee

° Muntsch = Kuss; Müntschi = Küsse; Müntschelle = Schmuse!

° Nous ne voulons pas déranger les amoureux dans leur nid!" =

Wir wollen die Liebenden nicht in ihrem Nest stören !

° Obermann = Schlapphut der Kluft

° Plünjesack = niederdeutsch, Seesack.

° Romandie = französisch sprechender Teil der Schweiz.

° Schattebout = niederländisch, flämisch, Schatz, tief sitzend.

° Schinigelt, schinigeln = Arbeiten

° Staude = Hemd der Kluft

° Stenz = Wanderstock

° „Verliebte wollen vom andern, Liebende für den anderen das Beste!“  Ernst Festl

° Vermicelles di Ticino* = www.bettybossi.ch/de/schwerpunkt/4030_iwb_spkt_tdsu.aspx

° Walz = Handwerksgesellen-, Gesellinnen auf Wanderschaft

° Waltzing Matilda = Ist das populärste australische Volkslied. Waltzing bezieht sich auf der Walz sein… Wanderarbeiter. Matilda = gleich zu setzen mit den Charlie bzw. als Schlafrolle.

° Zoggeli, Tessiner = Flache Holzsandalen mit einem oder zwei Lederriemen über den Fuß. Oft mit einem ausgeschnitztem Fußbett (Ähnlich Birkenstock jedoch nur aus Holz)

 

 

 

 

 


Walz 6